Erpressersoftware wird immer raffinierter – Cloud als nächstes Ziel

9. September 2015, 12:40
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Jüngste Version der Sicherheitssoftware Kaspersky verspricht mehr Privatsphäre beim Surfen

Ransomware, sogenannte Erpressersoftware, wird immer raffinierter, warnte am Mittwoch Christian Funk vom Antivirusanbieter Kaspersky. Die Zeiten schlecht gemachter Mails mit zahlreichen Rechtschreibfehlern gehen wohl zu Ende. Zugleich ortete der Experte bei einer Pressekonferenz in Wien das nächste Ziel der Cyberkriminellen: Die in der Cloud gespeicherten Daten der Nutzer.

Teil eines Bot-Netzes

Landet man ungeschützt auf der "falschen" Website, klickt doch einmal den Link des täuschend echten Spam-Mails an oder ist bereits vorher Teil eines Bot-Netzes gewesen, kann man zum Opfer der Erpresser werden. Diese verhindern entweder das Booten des Computers oder verschlüsseln die auf dem Rechner gespeicherten Daten. Danach soll man ein "Lösegeld" in der Höhe von 15 bis 2.500 Dollar bezahlen, möglichst anonym, etwa per Bitcoins. Ein Beispiel für eine derartige Schadsoftware ist der bekannte Bundestrojaner.

Etwa 7,2 Millionen derartige Angriffsversuche hat Kaspersky im Vorjahr bei seinen Kunden registriert. Wer bezahlt, bekommt selten und mit viel Glück einen funktionierenden Freischaltcode, einen, der gar nichts bewirkt, oder keine Reaktion. "Unser Tipp: bezahlen Sie nicht", sagte Funk. Abhilfe kann eventuell die Kaspersky Rescue Disk bringen, die prüft, ob es überhaupt ein Gegenmittel gibt.

"Geschäftsfelder" werden erweitert

In der Zukunft würden die Cyberkriminellen noch raffinierter und professioneller agieren, prophezeite Funk. Zudem würden sie ihr "Geschäftsfeld" erweitern und die immer häufiger in der Cloud gespeicherten Daten ins Visier nehmen. Dies wäre umso einfacher, als immer öfter darauf zugegriffen werde.

Schutz könne ein entsprechender Virenschutz bieten, wofür der Kaspersky-Mitarbeiter natürlich das eigene Produkt empfahl, die soeben neu erschienene 2016er Linie. Neben den herkömmlichen Funktionen sollte man damit über einen entsprechenden Schutz vor Ransomware verfügen: Denn führt diese entsprechende Aktionen aus, werden die Dateien im Hintergrund gesichert, berichtete Kaspersky-Mitarbeiter Stefan Kremel.

"Es werden keine Daten mehr abgegriffen und Sie sind nicht mehr der gläserne Kunde"

Ganz neu ist die Möglichkeit, sich vor allzu eifrigen Datensammlern zu schützen: Beim Surfen wird nämlich normalerweise das Nutzungsverhalten registriert und versucht, die Werbung im Browser auf die jeweilige Person maßzuschneidern. Dies lässt sich mit der jüngsten Version von Kaspersky verhindern. "Es werden keine Daten mehr abgegriffen und Sie sind nicht mehr der gläserne Kunde" versicherte Kremel.

Da immer mehr Menschen mehrere Plattformen verwenden, lässt sich Kaspersky auch auf diesen einsetzen – vom PC über den Mac bis zum mobilen Android-Device. Doch nur rund die Hälfte aller Android-Handy-User in West-Europa setzen IT-Sicherheitssoftware ein, obwohl 17 Prozent angeben, beim Verlust des Smartphones in "Panik" zu verfallen. Kaspersky bietet hier ein Tool, das u.a. auch bei einem auf lautlos gestellten Handy einen Alarm auslösen kann, um das verlegte Handy doch wieder zu finden. (APA, 09.09. 2015)

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