Zwei Monate im Bett: Zwölf Männer simulieren Schwerelosigkeit

9. September 2015, 11:47
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Forscher wollen Auswirkungen auf Muskeln, Knochen und Sinnesorgane testen

Köln – Zwölf männliche Probanden legen sich für die Wissenschaft zwei Monate lang ins Bett. Für eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag der europäischen Raumfahrtagentur ESA starteten die ersten beiden am Mittwoch, wie die DLR mitteilte. Sie dürfen nicht aufstehen, sich nicht einmal aufrichten: nicht zum Essen und nicht zum Duschen.

Wie bei den Astronauten werden Knochen und Muskeln der unteren Körperhälfte abbauen. Die Wissenschafter wollen testen, ob ein intensives Training an einem neuen Gerät während der Bettruhe effektiver gegen den Abbau wirkt als das herkömmliche Training. Die Studie ist nach DLR-Angaben für alle Weltraummissionen wichtig, da der Abbau von Knochen und Muskeln relativ schnell einsetzt.

Untersucht werden auch Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Herz-Kreislauf-System, Gleichgewicht, Augen und das Nervensystem. Dafür sind die Betten leicht zum Kopf hin geneigt, damit die Körperflüssigkeiten wie in der Schwerelosigkeit Richtung Oberkörper geht. "So simulieren wir die Auswirkungen der Schwerelosigkeit im All", sagte Studienleiter Edwin Mulder. (APA/red, 9. 9. 2015)

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