Biologischer Ersatz für Teil der Hauptschlagader

9. September 2015, 11:16
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In Dresden wurde einem Patienten ein entzündetes Teilstück der Hauptschlagader entfernt und ausgetauscht

Dresden – Mediziner der Klinik für Viszeral , Thorax- und Gefäßchirurgie in Dresden haben mit einer neuen Operationsmethode einem Patienten ein entzündetes Teilstück der Hauptschlagader, das zu platzen drohte, ausgetauscht und gegen biologisches Ersatzmaterial ausgetauscht. Die Operation – die mit Hilde einer extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) durchgeführt wurde – dauerte knapp sechs Stunden.

Dank des ECMO-Einsatzes, bei dem das Blut des Patienten außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert wird, gelang es den Ärzten Herz, Kreislauf und Lunge zu entlasten. Deshalb eigne sich die Behandlung insbesondere auch für ältere oder sehr kranke Patienten, betonen die Mediziner.

Bei akuten Veränderungen der Hautschlagadern ist rasches Handeln gefragt, da eine plötzliche Blutung tödlich sein kann. "Diese Veränderungen entstehen etwa durch die Entzündung einer Gefäßstütze oder Stentprothese in der Hauptschlagader. Durch die Sepsis weicht die Blutbahn auf und droht zu platzen. Patienten in diesem Stadium kann dann oftmals nur noch ein Ersatz der Aorta helfen", erklärt Gefäßchirurg Christian Reeps vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

Herz wird unterstützt und entlastet

Während vor wenigen Jahren eine solche Erkrankung nur mit extremem Risiko behandelt werden konnten, haben sich die Chancen durch den Einsatz der maschinellen Kreislauf und Lungenunterstützung, der so genannten extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO), erheblich verbessert. Dieses Verfahren, das bisher bei Patienten mit akutem Lungenversagen eingesetzt wird, entlastet das Herz und unterstützt die Atmung sowie den Kreislauf des Patienten.

"Das Blut des Patienten wird dazu vor dem Herzen entnommen, über eine Anlage außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und zur Durchblutung der unteren Körperhälfte und Eingeweidearterien genutzt. Nach dem Abschluss der Operation wird der Patient zunächst noch so lange künstlich beatmet, bis sich die Lungen- und Kreislauffunktion nach ein bis zwei Tagen wieder normalisiert hat", erklärt Reeps.

Den Ärzten zufolge schont die neue Methode durch Zuhilfenahme maschineller Herz-Lungen-Unterstützung insbesondere jene Patienten, die schon vor dem Eingriff gesundheitlich geschwächt waren. Auch für ältere Patienten sei das neue Verfahren gut verträglich. "Der Patient, dem ein Hauptschlagaderersatz eingesetzt wurde, konnte trotz seines hohen Alters von 80 Jahren bereits nach 14 Tagen die Klinik wieder verlassen", heißt es von Seiten des Dresdner Universitätsklinikums. (red, 9.9.2015)

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