Britischer Filmpirat muss zwei Jahre ins Gefängnis

9. September 2015, 10:33
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Strafmaß insgesamt vier Jahre – verdiente über 400.000 Euro mit Videoportal

Ein 29-jähriger Filmpirat ist in London zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Zwei Jahre davon wurden nicht zur Bewährung ausgesetzt, dementsprechend muss Paul Mahoney für diesen Zeitraum auf jeden Fall ins Gefängnis.

300.000 Pfund, über 410.000 Euro, soll er laut Anklage in sechs Jahren mit einer Website verdient haben. Auf dieser bot er aktuelle Filme und Serien zum Ansehen an und erwirtschaftete dabei mit der Einblendung von Werbung Geld. 82.400 Pfund wurden bei ihm Zuhause in Bar sicher gestellt. Seine Umtriebe sollen der Filmindustrie einen geschätzten Schaden von bis zu 120 Millionen Pfund verursacht haben, berichtet der Guardian.

Seite lief trotz Verhaftungen weiter

Errechnet wurde dieser vom Richter anhand der Besucherzahlen. Innerhalb eines Beobachtungszeitraumes von sechs Monaten sollen 1,1 Millionen Aufrufe von Inhalten gemessen worden sein. Insgesamt soll es zwölf Millionen Aufrufe gegeben haben, die das Gericht mit jeweils dem Gegenwert eines Kinobesuchs oder einem DVD-Kauf in der Höhe von zehn Pfund berechnet. Der Richter betonte allerdings auch, dass der tatsächliche Schaden von dieser theoretischen Berechnung "etwas abweichen" dürfte.

Mahoney, der sich schuldig bekannte, war vor dem Prozess vom Verband Fact (Federation Against Copyright Theft) auf Unterlassung geklagt worden. Dazu war er im Laufe der Jahre auch zwei Mal inhaftiert worden. Trotzdem stellte er den Betrieb nicht ein.

Urteil soll abschrecken

Über sein Portal waren hauptsächlich Inhalte von fremden Servern abrufbar. Er betrieb allerdings auch einen eigenen Server. Das Urteil solle "eine Abschreckung für alle anderen sein, die solche Verbrechen begehen", so das Gericht in der Begründung für die sofortige Haft ohne Bewährung. (gpi, 09.09.2015)

Links

Guardian

  • Die Hälfte der vierjährigen Haftstrafe wurde unbedingt ausgesprochen.

    Die Hälfte der vierjährigen Haftstrafe wurde unbedingt ausgesprochen.

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