Bulgarien sperrt Luftraum für russische Flüge nach Syrien

8. September 2015, 18:42
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Moskau verlangt Aufklärung von Sofia und Athen

Sofia/Moskau – Das NATO-Mitglied Bulgarien hat nach amtlichen Angaben seinen Luftraum für Russlands Versorgungsflüge nach Syrien gesperrt. Es gebe Zweifel daran, dass es sich wirklich nur um solche Flüge handelt, sagte die Sprecherin des bulgarischen Außenministeriums, Betina Schotewa, der Deutschen Presse-Agentur in Sofia am Dienstag. Es sei Bulgariens Recht, diesen Schritt zu unternehmen.

Russland verlangte eine Erklärung von dem EU-Land. Wenn Russlands Partner irgendwelche Zweifel hätten, sollten sie diese offen ansprechen, sagte Vize-Außenminister Michail Bogdanow der Agentur Interfax zufolge. Auch von der griechischen Regierung wurde Aufklärung verlangt. Der Außenpolitiker Leonid Kalaschnikow drohte Bulgarien mit Gegenmaßnahmen.

Die russischen Transportmaschinen sollen nach russischer Darstellung humanitäre Hilfe nach Syrien bringen. Die USA äußerten Vermutungen, dass es sich dabei um militärische Hilfe für das Regime von Präsident Bashar al-Assad handelt.

Bereits am Montag war im Außenministerium in Athen zu erfahren, dass auch der griechischen Regierung eine Aufforderung der USA vorliege, Überflüge russischer Maschinen Richtung Syrien zu verweigern. Seine Behörde prüfe derzeit das Gesuch der USA, sagte ein Ministeriumsvertreter.

Experten in Moskau meinten, Russland könne für künftige Transporte nach Syrien vermutlich durch iranischen Luftraum fliegen. Der Vize-Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Russischen Föderationsrat, Wladimir Dschabarow, sagte der Nachrichtenagentur Tass, Rüstungstransporte mit Flugzeugen seien ohnehin nicht rentabel, der Großteil der Hilfstransporte Richtung Syrien erfolge bereits über den Kaukasus und den Iran.

Die syrische Regierung bestritt unterdessen den Einsatz russischer Truppen im Syrien-Konflikt. Solche "Ideen" würden von westlichen und arabischen Geheimdiensten "produziert", sagte der syrische Informationsminister Omran al-Zoubi dem Sender Al-Manar. Damit solle der Eindruck erweckt werden, die syrische Regierung sei "geschwächt".

US-Außenminister John Kerry hatte seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow am Samstag angerufen, um die "Beunruhigung" Washingtons über ein mögliches militärisches Engagement Russlands im Syrien-Konflikt zu übermitteln. Lawrow erwiderte darauf nach russischen Angaben, die Regierung in Moskau habe niemals bestritten, die syrische Regierung mit Waffen zu beliefern. (APA, 8.9.2015)

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