Immer mehr Hinweise auf Bodenoffensive im Jemen

8. September 2015, 17:52
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Soldaten der Vereinigten Arabischen Emirate marschieren auf umkämpfte Gebiete in der Provinz Mareb

Sanaa – Im Jemen verdichten sich die Hinweise auf eine Bodenoffensive des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses gegen die Houthi-Rebellen. Soldaten des Bündnisses rückten am Dienstag auf umkämpfte Gebiete im Süden der Provinz Mareb vor, wie Augenzeugen berichteten.

Unterstützt wurden sie demnach durch bewaffnete Fahrzeuge, Panzer und Raketenwerfer sowie von Teilen der jemenitischen Armee und örtlichen Milizen. Seit Ende März war lediglich bekannt, dass die Militärkoalition den Jemen aus der Luft bombardiert.

Marsch auf Sanaa

Berichten zufolge sollen Soldaten der Vereinigten Arabischen Emirate bereits in den vergangenen Wochen eine Schlüsselrolle beim Zurückdrängen der Houthis aus dem Süden des Landes gespielt haben. Nun gibt es Gerüchte, dass der Verbund die Befreiung Sanaas anstrebt. Die Hauptstadt wird von den Houthis kontrolliert.

Bei neuen Luftangriffen auf Sanaa sind am Dienstag mindestens zehn Menschen getötet worden. Sieben der Opfer waren nach Krankenhausangaben Zivilisten, bei den drei weiteren handelte es sich um Leibwächter eines Offiziers der Aufständischen. Dessen Haus war eines der Ziele der Angriffe, bombardiert wurden zudem eine Polizeischule und die Zentrale der Sicherheitskräfte, wie AFP-Korrespondenten berichteten. Die Explosionen lösten bei vielen Einwohnern Panik aus. Mehrere Menschen wurden durch Splitter verletzt.

Im Jemen tobt seit Monaten ein blutiger Bürgerkrieg zwischen den schiitischen Houthis und Anhängern des sunnitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi, der in das saudi-arabische Riad geflohen ist.

Die offensivere Gangart der Streitkräfte der Koalition folgt kurz auf ihre schwersten Verluste in dem blutigen Konflikt: Am Freitag waren bei einer Explosion in einem Stützpunkt mindestens 60 Militärangehörige aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Bahrain ums Leben gekommen. Die Rebellen sprachen davon, die Basis beschossen zu haben. Nach saudi-arabischer Darstellung explodierte eine Rakete in einem Waffenlager. Der Golfstaat Katar verstärkte die Präsenz der Allianz daraufhin und entsandte 1.000 Soldaten, 200 gepanzerte Fahrzeuge und 30 Apache-Kampfhubschrauber in die Region.

Die seit einigen Tagen deutlich verstärkten Luftangriffe der Koalition auf Sanaa gingen auch am Dienstag weiter. Dabei wurden Polizeigebäude und ein militärischer Stützpunkt in der Hauptstadt getroffen. (APA, 8.9.2015)

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