Tausende reisen weiter durch Österreich

8. September 2015, 18:29
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7000 Flüchtlinge waren es von Montag bis Dienstag früh – 730 Asylanträge wurden von Freitag bis Montag in Österreich gestellt

Wien – Die großen Flüchtlingsbewegungen durch Österreich halten an. Allein von Montag früh bis Dienstag früh sind 7000 Flüchtlinge durch Wien gereist. "Einige Tausend" sollten im Verlauf des Tages bis in die Nacht dazukommen, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer dem STANDARD. Diese Zahlen "werden auch in den nächsten Wochen nicht weniger werden", sagt Maierhofer. "Wenn, dann ist eine Abschwächung nur temporär." Am vergangenen Wochenende sind laut Polizeiangaben 16.000 Flüchtlinge durch Österreich gereist. Hilfsorganisationen sprachen von bis zu 20.000 Menschen.

60 Tonnen Spenden verteilt

Dass sich die Lage am Westbahnhof beruhigt hat, führt Maierhofer auf die Tatsache zurück, dass die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Hilfsorganisationen, Unterstützern und den ÖBB einwandfrei funktioniere. So seien fast nie mehr als 800 Flüchtlinge gleichzeitig am Westbahnhof gewesen. Einem Aufruf der Caritas für Lebensmittelspenden kamen viele Helfer nach, der Engpass war schnell beseitigt. Seit dem Wochenende wurden mehr als 60 Tonnen Lebensmittel- und Sachspenden verteilt.

Am Dienstag nahmen die österreichischen Behörden ihre Kontrollen in Zügen aus Ungarn laut Innenministerium wieder auf. Diese würden sich aber "nach Maßgabe der personellen Kapazitäten" vorrangig gegen Schlepper richten. Flüchtlinge dürfen damit weiterhin ungehindert durch Österreich nach Deutschland reisen. In Ungarn können Flüchtlinge seit Montag wieder an Bord internationaler Züge steigen.

730 Asylanträge seit Freitag

Mehr Flüchtlinge als bisher kommuniziert suchten seit dem Wochenende um Asyl in Österreich an. Insgesamt waren es von Freitag bis Montag 730 Anträge, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner im Ö1-Mittagsjournal . Seit den großen Flüchtlingsbewegungen durch die offene österreichisch-ungarische Grenze waren es damit im Durchschnitt rund 180 pro Tag. Im Juli waren es im Schnitt täglich knapp 280, also deutlich mehr.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sagte, dass das Bundesland bis Ende des Jahres zusätzlich 2000 Flüchtlinge aufnehmen will. Aktuell seien 1400 Plätze "in verschiedensten Gemeinden" vorgesehen. Laut der zuständigen Landesrätin Christine Baur (Grüne) sind die Quartiere noch nicht bezugsfertig. (krud, 8.9.2015)

  • 7000 Flüchtlinge reisten innert 24 Stunden durch Wien.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    7000 Flüchtlinge reisten innert 24 Stunden durch Wien.

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