"Profil"-Cover wird zum Fall für den Presserat

8. September 2015, 17:09
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Leserbeschwerden wegen Fotos eines toten Flüchtlingskinds eingelangt

Die aktuelle "Profil"-Titelseite, die ein Foto des toten Flüchtlingsbuben Aylan zeigt, wird nun auch ein Fall für den Presserat. Am Dienstag langten erste Leserbeschwerden wegen der Veröffentlichung des Bildes beim Presserat ein.

Während die meisten österreichischen Zeitungen auf den Abdruck verzichtetet hatten, platzierte "Profil" die Aufnahme auf dem Cover. "Wie viel Borniertheit braucht es, um für eines Unterdrückung dieses Fotos zu argumentieren?", fragte Profil"-Herausgeber Christian Rainer.

Medienanwältin Maria Windhager kritisierte den Abdruck mit Hinweis auf den besonderen Persönlichkeitsschutz von Kindern. "Mich bestürzt die Selbstgerechtigkeit mit der permanent tote Kinder und Menschen von den Medien instrumentalisiert werden", so Windhager.

"Bild" erscheint ohne Fotos

Die Boulevardzeitung "Bild", die in Deutschland Aylan-Fotos veröffentlichte, machte unterdessen mit einer redaktionellen Marketingaktion auf die "Macht der Bilder" aufmerksam. Sie verzichtete in ihrer Dienstag-Ausgabe auf den Abdruck von Fotos, um zu zeigen, wie wichtig Fotos im Journalismus sind.

Das Foto des toten Flüchtlingsbuben "dokumentiert bloß die Welt. Die Welt ist nicht verpixelt", erklärte Bild.de-Chef Julian Reichelt. (APA, red, 8.9.2015)

  • "Profil"-Covergeschichte mit dem Titel "Unsere Schande".
    screenshot

    "Profil"-Covergeschichte mit dem Titel "Unsere Schande".

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