Grüne wollen Garantie für Kindergartenplätze

8. September 2015, 12:09
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Glawischnig gibt grünen Landesräten Starthilfe für Wahlkämpfe in Oberösterreich und Wien

Linz/Wien – Im oberösterreichischen und Wiener Wahlkampf setzen die Grünen vor allem auf das Thema Bildung. Am Dienstag trafen sich die grünen Bildungslandesräte mit Grünen-Chefin Eva Glawischnig in Linz. Dort stellte die Obfrau auch gleich eine Koalitionsbedingung für den Bund, obwohl die Nationalratswahlen noch in weiter Ferne liegen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir auf Bundesebene mit Rot oder Schwarz zusammenarbeiten, ohne dass das Bildungsressort in grüne Hände gelegt wird", sagte Glawischnig.

Die Grünen fordern außerdem eine Kindergartenplatzgarantie für alle Eltern sowie eine Garantie, dass alle Kinder lesen, schreiben und rechnen können und dass das Parteibuch aus der Schule fliegt, also keine Rolle mehr bei Postenbesetzungen spielt. Das seien die Ziele für die kommenden fünf bis zehn Jahre, sagte Glawischnig.

Bisher habe es seitens der Bundesregierung, die bis 17. November eine Bildungsreform versprochen habe, keine akkordierten Vorschläge gegeben. Auch die Wirtschaft verlange immer wieder eine diesbezügliche Reform, sagte der oberösterreichische Umweltlandesrat Rudi Anschober. "Das IV-Bildungspapier deckt sich ziemlich mit unseren Vorstellungen", sagte Glawischnig, sie sehe in der Industriellenvereinigung einen "unvermuteten Partner".

Anschober verspricht Entbürokratisierung

"Das zweite große Gestaltungsprojekt – neben Energiewende und Umweltschutz – in der nächsten Legislaturperiode ist eine Bildungsoffensive für Oberösterreich", kündigte Anschober an. Als drei Kernpunkte nannte er "die beste Volksschule", die Entbürokratisierung und die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten. Viele Zukunftsentscheidungen würden im Klassenzimmer gefällt, und es sei auch ein Faktor für den wirtschaftlichen Standort.

Bei der Gesamtschule nimmt Vorarlberg eine Vorreiterrolle ein. Nach einem Forschungsprojekt mit 20.000 Befragten gaben Bildungsexperten grünes Licht für die landesweite Umstellung auf eine gemeinsame Schule für die Zehn- bis 14-Jährigen. Die Umsetzung werde sechs bis sieben Jahre dauern, kündigte Umweltlandesrat Johannes Rauch an. Er appellierte an den Bund: "Lasst uns das machen in Vorarlberg. Wir können dazu beitragen, dass der Grabenkampf zwischen Rot und Schwarz aufgeweicht wird."

Vassilakou für Kindergartenplatzgarantie

In Salzburg seien im vorigen Jahr zwölf Millionen Euro in den Kindergarten investiert worden, berichtete die Landesrätin für Kinderbildung, Familien und Integration, Martina Berthold. 600 Plätze seien geschaffen worden, 400 sollen noch hinzukommen. Ein Schwerpunkt liege auf altersübergreifenden Gruppen.

Die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou forderte eine Kindergartenplatzgarantie ab dem zweiten Lebensjahr. Dann beherrsche jedes Kind bis zur Einschulung so gut Deutsch, dass es dem Unterricht folgen könne. Dazu müssten 10.000 neue Plätze geschaffen werden. 22,4 Prozent der 14-Jährigen in Wien könnten kaum oder schlecht sinnerfassend lesen oder rechnen. "Deswegen wollen wir in Wien unter anderem 1.000 neue Lehrer." Für die Finanzierung der Pädagogen ist allerdings der Bund zuständig.

Auch im Hinblick auf die zu integrierenden Flüchtlingskinder forderte Vassilakou: "Lasst uns nicht zuwarten, sondern gleich jetzt zusätzliche Lehrer einstellen". (APA, 8.9.2015)

  • Eva Glawischnig stellt bereits Ansprüche für eine Koalition im Bund.
    foto: apa/techt

    Eva Glawischnig stellt bereits Ansprüche für eine Koalition im Bund.

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