Ö1-Programmreform kommt vorerst nicht

8. September 2015, 10:03
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War für Herbst geplant, auf 2016 verschoben – neuer Anlauf demnächst

Die ursprünglich rund um den Schulstart geplante Ö1-Programmreform kommt vorerst nicht. Grund dafür ist die noch immer ungeklärte Führungs- und Organisationsstruktur.

Neuer Ö1-Chef lässt auf sich warten

Während etwa die kürzlich getroffene Entscheidung für einen neuen Chefredakteur im Landesstudio Niederösterreich von der Ausschreibung bis zur Bestellung nur gute neun Wochen brauchte, dauert es in Sachen Ö1-Chef nun bereits über 18 Monate.

Von Wrabetz nicht umgesetzt

Seit dem Abschied von von Bettina Roither im März 2014 wird der Sender interimistisch von Literatur- und Hörspielchef Peter Klein geführt. Eine fixe Bestellung steht nach wie vor aus. Die von Radiodirektor Karl Amon beabsichtigte Ernennung Kleins – sie liegt seit Mai 2014 auf dem Tisch – wurde von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz nicht umgesetzt.

Neuausschreibung

Der ORF-Chef kündigte im Herbst vergangenen Jahres vor dem Hintergrund der Umstrukturierung zum Channel Management eine Neuausschreibung an. Im Dezember sorgte dann ein Schreiben Kleins an ORF-Geschäftsführung und ORF-Stiftungsrat, in dem Klein wegen der geplanten Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte am Küniglberg vor einer Gefährdung der Senderidentität von Ö1 gewarnt hatte, für Irritationen im ORF-Management sowie im obersten ORF-Gremium. Zur Einführung des Channel Managements bei Ö1 und der Neuausschreibung der Ö1-Leitung kam es seither nicht. Nun wurde wegen der ausstehenden Organisations- und Personalentscheidung auch die von Amon für September bzw. Oktober avisierte Ö1-Programmreform vertagt.

Stiftungsrat für Sendeschema

Die Reform, die unter anderem einen höheren Wortanteil und neue Formate vorsieht, bedarf eines neuen Sendeschemas, und damit der Zustimmung durch den Stiftungsrat. Bürgerliche Stiftungsräte plädieren dort aber dafür, zuerst Channel-Management-Struktur und einen neuen Ö1-Chef zu bestellen, der nach Möglichkeit nicht Klein heißt. Erst danach soll die neue Ö1-Führung ihre Programmreform vorlegen und diese vom ORF-Gremium verabschiedet werden. Der Betriebsrat drängt unterdessen auf eine rasche Entscheidung in Sachen Ö1-Chef und -Struktur. Und die Belegschaftsvertreter wollen auch gleich die Frage mitgeklärt wissen, wer sich um die Anliegen der ORF-Radios bei der Zusammenführung der ORF-Medien kümmert, wenn es ab 2017, wie von Wrabetz geplant, keinen Radiodirektor mehr gibt.

Der ORF-Chef dürfte nun in den nächsten Wochen einen neuen Anlauf in Sachen Ö1 machen. Zunächst neue Organisationsstruktur, dann Ausschreibung Ö1-Leitung. Anfang 2016 soll dann die Programmreform mit neuem Sendeschema in Kraft treten, heißt es im Umfeld des Generaldirektors. (APA/red, 7.9.2015)

  • Abschied von Bettina Roither im März 2014.
    foto: apa/roland schlager

    Abschied von Bettina Roither im März 2014.

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