Gericht begründete Knox-Freispruch mit Ermittlungsfehlern

7. September 2015, 16:04
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Richter stellten bei Untersuchung große Lücken fest

Rom – Über fünf Monate nach dem Freispruch der US-Studentin Amanda Knox und ihres Ex-Freundes Raffaele Sollecito im letztinstanzlichen Prozess um den Tod an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher hat das oberste Gericht in Rom am Montag die Freispruchbegründung veröffentlicht. Die Richter sprachen über "eklatante" Fehler bei den Ermittlungen.

Bei den Ermittlungen habe das Gericht große Lücken festgestellt. Es habe an Beweisen für die Schuld der beiden Angeklagten gemangelt. Ohne diese Lücken hätte es von Anfang an zu mehr Klarheit im Verfahren kommen können, schrieben die Richter.

Aus Mangel an Beweisen

Das Kassationsgericht, die letzte und dritte Instanz im italienischen Strafsystem, hatte im März Knox und Sollecito wegen Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Richter kippten somit das im Jänner 2014 gefällte Urteil eines Berufungsgerichts in Florenz, mit dem die 27-jährige Knox zu 28 Jahren und Sollecito zu 25 Jahren Haft verurteilt worden waren. Damit ging der fünfte Prozess im Fall Kercher zu Ende, der international für Aufsehen gesorgt hatte.

Knox wurde allerdings wegen Verleumdung zu drei Jahren Haft verurteilt. Sie hatte nach dem Mord den kongolesischen Barmann Patrick Lumumba des Mordes an Kercher beschuldigt. Dieser hatte jedoch seine Unschuld beweisen können. Die Haftstrafe von drei Jahren hat die Amerikanerin aber bereits abgesessen. Knox war 2011 nach vierjähriger Haft wieder in die USA zurückgekehrt.

Als einziger Beschuldigter in der Causa ist ein Mann aus der Elfenbeinküste, der in einem separaten Verfahren nach einem Teilgeständnis rechtskräftig verurteilt wurde. Der Drogendealer Rudy Guede, dessen DNA am Tatort gefunden wurde, muss 16 Jahre Haft absitzen. Den Ermittlern zufolge wiesen die Stichwunden jedoch stark darauf hin, dass es mehr als einen Täter gab.

Die 21 Jahre alte Meredith Kercher war am 1. November 2007 teilweise entkleidet und mit zahlreichen Messerstichen in ihrem WG-Zimmer in Perugia gefunden worden. Vor ihrem Tod war sie vergewaltigt worden. (APA, 7.9.2015)

  • Amanda Knox nach dem Freispruch Ende März in Seattle.
    foto: reuters/jason redmond

    Amanda Knox nach dem Freispruch Ende März in Seattle.

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