Oberösterreich: Grüne plakatieren Wunschkoalition Schwarz-Grün

7. September 2015, 14:57
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Neos bleiben "Baustelle aufräumen"-Kampagne treu – ÖVP stark präsent, SPÖ mit sozialen Themen, FPÖ betont bürgernah

Linz – Drei Wochen vor der Landtagswahl in Oberösterreich wird der Wahlkampf sichtbar intensiver: Die aktivste Plakatwahlkampagne führt derzeit die ÖVP. Nun erhält sie sogar noch Unterstützung von den Grünen: Diese werben in ihrer am Montag vorgestellten dritten Welle dezitiert für Schwarz-Grün. Auch die Neos präsentierten am Montag neue Sujets.

"Ich will Schwarz-Grün": Die Grünen schreiben gleich die von ihnen angepeilte Koalitionsvariante – allerdings auch die einzige für sie mögliche – auf ihre Plakate, was in der heimischen Innenpolitik eine eher ungewöhnliche Ansage ist. Zu sehen sind Parteichefin Maria Buchmayr und Spitzenkandidat Rudi Anschober beim Gipfelsturm. Das zweite Sujet der neuen grünen Plakatwelle stößt in dasselbe Horn. "Damit meine Stimme nicht blau macht" prangt auf zwei Teddys – einer schwarz, einer blau – in Kuschelpose. Mit ihrem dritten Motiv ("Man wählt nur mit dem Herzen gut") knüpft die Partei an die bundesweite Imagekampagne für Solidarität an.

Pappkameraden und "Wir"-Gefühl

Die Neos haben am Anfang der Woche ebenfalls neue Plakate präsentiert: Sie bleiben ihrem Slogan "Wir räumen auf" treu und widmen sich der "Baustelle Arbeitslosigkeit" sowie dem Postenschacher: "Jobchancen für Junge statt Posten für Parteien". Immer wieder bei Neos-Aktionen im Einsatz sind die Pappkameraden der anderen Spitzenkandidaten in schwarz-weiß.

Die ÖVP, die mit weißen Plakaten dezent in den Wahlkampf gestartet war, ist mittlerweile an den Straßenrändern omnipräsent. Sie hat eine Vielzahl von Sujets affichiert: Josef Pühringer mit Bürgern klassisch in Farbe, Pühringer in schwarz-weiß mit Wortspielen ("seppverständlich"), Pühringer vor der schönen oö. Landschaft oder – ohne den LH, dafür mit seiner Unterschrift – dunkle Wolken mit dem Slogan "Es geht um Oberösterreich" (und nicht um die EU oder den Bund). Die Parteijugend arbeitet mit comicartigen Motiven in schwarz-gelb und mit Emojis. Der Wahlkampf der Schwarzen ist ganz auf Pühringer zugeschnitten, appelliert an das "Wir"-Gefühl und bemüht sich offensichtlich, Wähler aller Altersgruppen anzusprechen.

Die SPÖ setzt auf eine kleinere Anzahl von Sujets und konzentriert sich auf soziale Themen: "Für alle" lautet der Slogan, "die sichere Arbeitsplätze/leistbares Wohnen/faire Löhne für Frauen wollen". Durch alle Motive zieht sich ein rotes Band. Spitzenkandidat Reinhold Entholzer war von Anfang an auf den Plakaten präsent. Generell ist der Wahlkampf eher dezentral angelegt und Entholzer versucht vor allem durch persönlichen Kontakt zu punkten.

Die Freiheitlichen sind zwar von ihrer üblichen Reimform abgewichen, setzen aber ansonsten auf Bewährtes; "Sichere Grenzen, sichere Heimat", fordert Parteichef Manfred Haimbuchner, hinter dem Bundesparteichef Heinz-Christian Strache hervorlacht. Ansonsten gibt sich die Landespartei sehr zahm und versucht Haimbuchner betont bürgernah darzustellen: "Weil ER uns STÄRKT" (bzw. zuhört, versteht, ernst nimmt), zur leichteren Lesbarkeit teils in Versalien. (APA, 7.9.2015)

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