"ASL?": Britische Regierung übersetzt Internetslang für Eltern

7. September 2015, 14:52
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Parent Info-Website soll Ratschläge zum Umgang mit dem Internet liefern

Zwischen Kindern und Eltern klafft im Bezug auf Online-Kommunikation nicht selten eine große Wissenslücke. Während ältere Generationen teils überängstlich auf die Aktivitäten des Nachwuchses in sozialen Netzwerken reagieren, verhält sich so mancher Teenager in den Weiten des Webs tatsächlich sehr unvorsichtig.

Im Rahmen einer Informationskampagne will die britische Regierung den Eltern nun helfen, zu durchblicken, was denn ihre Sprösslinge online tun. Teil davon ist ein "Wörterbuch", das unter anderem Abkürzungen und Sprachcodes aufschlüsselt, berichtet der Guardian.

ASL, CD9, Netflix and chill

Die Parent Info-Website schlüsselt etwa auf, dass "ASL?" für die Frage nach Alter, Geschlecht und Wohnort des Gegenüber steht. Die Ausdrücke "CD9" und "P999" werden als Warncode ausgelistet, mit denen sich Jugendliche gegenseitig davor warnen, dass ein Elternteil gerade zugegen ist.

Konkreter wird es bei "LMIRL", der Aufforderung zu einem realen Treffen oder beim Vorschlag, jemanden zu "zergen". Letzterer Begriff ist dem Videospiel "Starcraft" entlehnt und beschreibt das Bedrängen einer Person als Gruppe. "Netflix and chill" wiederum klingt nach einer harmlosen Einladung, gemeinsam Filme und Serien zu sehen, bedeute aber eigentlich eine Verabredung zu Sex.

Kritik an veralteten Inhalten

Die Übersetzungen des "Teen Speak" hat die für die Umsetzung verantwortliche Child Exploitation and Online Protection Central (CEOP) von der Seite NetLingo übernommen. Kritiker bemängeln jedoch, dass diese Übersetzungen kaum mehr zeitgemäß seien.

Davon abgesehen, dass manche Abkürzungen kaum noch verwendet werden, kommunizieren immer mehr junge Menschen stark mit Smileys oder nutzen Messenger wie Snapchat, bei denen sich Nachrichten und versandte Medieninhalte mit einem "Haltbarkeitsdatum" versehen lassen, nach dessen Erreichen sie vom Gerät des Empfängers entfernt werden.

Viele andere Themen

Die Seite deckt aber noch zahlreiche weitere Kategorien ab. Behandelt werden in ähnlichem Kontext etwa problematische Phänomene wie Cyberbullying oder heikle Themen wie Sexting. Ebenso gibt es Tipps für Eltern, wenn es etwa um den Umgang mit dem populären Online-Game "Minecraft" geht. (gpi, 07.09.2015)

  • Die Website Parent Info soll Eltern helfen, ihre Kinder im Netz zu schützen.
    foto: derstandard.at

    Die Website Parent Info soll Eltern helfen, ihre Kinder im Netz zu schützen.

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