Richard Crompton: Rosen für die Welt

8. September 2015, 11:05
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Der in Nairobi lebende Autor packt in "Hell's Gate" viele der Probleme Kenias

Mollel ist ein Massai und sitzt undercover im Gefängnis. Das ist in Kenia ein grässlicher Ort, und als Massai ist Mollel zusätzlich Außenseiter in der Gesellschaft. Man versetzt ihn in den Busch neben einen Nationalpark zu Kollegen, denen nicht zu trauen ist. Gleich hinter der feinen Touristenlodge lauert die Realität. Da werden Rosen für den Export gezüchtet und Arbeiterinnen gnadenlos versklavt. Als eine von ihnen ermordet wird, macht sich Mollel an die Ermittlung.

Richard Crompton lebt in Nairobi und ist fern jeglicher exotischen Idylle, die Touristen vorgespielt wird. Er packt in seinen Krimi viele der Probleme des Landes. Umweltverschmutzung, Korruption, Wilderei und das Landgrabbing der Bergwerkfirmen, die in diesem Fall Chinesen gehören. Die suchen nicht nur nach Bodenschätzen, auch die letzten Nashörner, deren Horn für Potenz-"Medizin" verwendet wird, sind Objekte der Begierde. Rückblicke auf Mollels Jugend als Hirte sind Ruhepunkte in einem brutalen Panorama, das manchmal überfrachtet wird, aber ohne Romantik auskommt. (Ingeborg Sperl, Album, 9.9.2015)

  • Richard Crompton, "Hell's Gate". Deutsch: Christine Blum. € 15,40 / 300 Seiten. dtv, München 2015
    cover: dtv

    Richard Crompton, "Hell's Gate". Deutsch: Christine Blum. € 15,40 / 300 Seiten. dtv, München 2015

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