Die etwas andere Anzeige: "Suche rauchenden Chef"

7. September 2015, 14:00
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Die Deutsche Birgit Scharnagl sieht Raucher bei der Jobsuche im Nachteil und sorgt mit ihrer Stellenanzeige für Aufsehen

Bisher hat sie noch niemand bei Birgit Scharnagl gemeldet. Die 52-Jährige lebt in Nürnberg und ht eine Ausbildung als Fleischereifachverkäuferin abgeschlossen. Seit 30 Jahren arbeitet sie als kaufmännische Angestellte in mittelständischen Unternehmen und aktuell sucht sie eine neue Stelle:

foto: screenshot

"Kaufmännische Angestellte sucht rauchenden Chef. Biete qualifizierte Unterstützung mit vielseitiger Erfahrung" – so beginnt die Suche per Zeitungsanzeige. Aber warum denn unbedingt ein Raucher? "Ich bin bei meiner Stellensuche auf viele Jobangebote gestoßen, in denen ausschließlich Nichtraucher gesucht werden. Das geht mir auf den Keks. Raucher leisten doch genauso gute Arbeit wie Nichtraucher", sagt Scharnagl im Interview mit Spiegel Online.

Kurze Pausen müssen möglich sein

Wenn Chefs Raucher benachteiligen, dann könne sie das als Raucherin umgekehrt ja auch, sagt die Deutsche außerdem. Wie man sehe habe die Anzeige ja durchaus für Aufsehen gesorgt. Dass es in Deutschland rechtlich möglich ist, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Rauchen während der bezahlten Arbeitszeit zu verbieten, ist für Scharnagl nicht vordergründig – darum gehe es nicht: " Man muss doch Vertrauen zueinander haben. Jeder muss sich zwischendurch mal sammeln, um weiter konzentriert arbeiten zu können. Ich nutze dafür eine kurze Zigarettenpause. Das heißt aber nicht, dass ich weniger oder gar schlechter arbeite. Ich brauche auch keine ganze Stunde Mittagspause, sondern stückele sie in mehrere kurze Raucherpausen, wenn man so will."

Dass die unkonventionelle Anzeige noch kein Angebot hervorrief liege für Scharnagl an einem anderen Zusatz: "Nach 16 Jahren wieder am Arbeitsmarkt", steht dort zu lesen. Das klinge für viele so, als sei sie die ganze Zeit arbeitslos gewesen. "Damit meinte ich aber, dass ich so lange bei der gleichen Firma angestellt war und jetzt wieder für den Arbeitsmarkt verfügbar bin." Dass es etwas missverständlich formuliert war, sei ihr erst hitnerher aufgefallen.

Scharnagl ist also noch immer auf Jobsuche. Nachsatz: Sie würde auch für einen Nichtraucher arbeiten: "Ja, da bin ich tolerant." (lhag, 7.9.2015)

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