Allianz startet eigenen Diskont-Mobilfunker: Mit Geräteversicherung

7. September 2015, 11:18
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Für 14,90 Euro monatlich ist Smartphone auch gleich versichert – Mit an Bord: Hot-Chef Michael Krammer

Ein neuer Player hat den Mobilfunkmarkt betreten. Am Montag stellte die Allianz ihr Angebot "Allianz SIM"vor, mit dem die Versicherung neue Wege beschreitet. Sie bietet Tarife ohne Handys, dafür aber mit inkludierter Geräteversicherung an. "Wir versichern auch gebrauchte Geräte", betonte Allianz-Chef Wolfram Littich vor Journalisten. Der Schutz umfasst Schäden durch Bedienfehler, Bruch und Flüssigkeit, Sabotage, Vandalismus sowie vorsätzliche Beschädigung durch Dritte.

Reparatur übernimmt Allianz

Bei Teilschäden sind, jeweils abzüglich 60 Euro Selbstbehalt – die Reparaturkosten in den ersten 2 Jahren zu 100 Prozent, im 3. Jahr zu 80 Prozent gedeckt, bei Totalschäden gibt es 50 Prozent Entschädigung bis 2 Jahre, danach 40 Prozent. Ein beschädigtes Handy wird abgeholt und zurückgebracht, repariert wird binnen 7 Werktagen Die Reparatur des Geräts übernimmt eine Schwesterfirma der Allianz.

Die Versicherung für Smartphones und Tablets ist auch als Stand-alone-Produkt für 4 bis 6 Euro monatlich zu haben. Versicherbar sind bei der Allianz Geräte mit bis zu 34 Monaten Alter, bei anderen Anbietern ist ein Abschluss meist nur in den ersten sechs Lebensmonaten möglich. Abgeschlossen werden können SIM und Versicherung über die Homepage www.allianz-sim.at.

Neue Zielgruppen

Mit dem Schritt in den Mobilfunkmarkt will die Allianz ihre Marke bekannter machen und neue Zielgruppen erreichen. "Für viele Menschen ist das Handy das wichtigste Ding. Aber kaum jemand hat es versichert", sagte Littich. Das soll sich ändern. Laut Statistiken haben fast 30 Prozent aller Nutzer ihr Smartphone schon einmal beschädigt.

Zwei Tarife zum Start

Zum Start werden zwei "Allianz SIM"-Tarife angeboten: 2000 Gesprächsminuten, 2000 SMS und 3 GB Daten (bis zu 21 Mbit/s) um 14,90 Euro sowie ein Datentarif mit 3 GB von 9 Euro pro Monat. Zusätzliche Kosten fallen nicht an. Sind 80 Prozent des Monatsvolumens verbraucht, erhält der Kunde ein SMS und kann bei Interesse – auch gleich per SMS – ein Nachlade-Paket (Refill) für 300 Minuten, 300 SMS oder 1.000 MB für je 4,90 Euro erstehen. Ansonsten kosten Minuten und SMS über den Tarif hinaus je 4 Cent, jedes weitere MB Daten 1 Cent. Genutzt wird das Netz von T-Mobile, und der Vertrieb läuft ausschließlich über das Internet. "Allianz SIM" ist monatlich kündbar.

Michael Krammer steht zur Seite

Zur Seite stehen der Versicherung der ehemalige Telering- und Orange-Chef Michael Krammer und dessen Firma Ventocom. Für die Zusammenarbeit mit der Allianz wurde eine eigene Tochterfirma, die ATK (Telekom und Service GmbH), gegründet. Sie kümmert sich um die Verrechnung und Technik. Für Marketing und Vertrieb ist die Allianz zuständig – man tritt als virtueller Mobilfunker auf. Daten, wie Bewegungsprofile, landen nicht bei der Versicherung.

Die Allianz kann sich gute Chancen ausrechnen, Kunden zu gewinnen. "Pro Jahr wechseln 2,5 Millionen österreichische Kunden ihren Mobilfunkanbieter", sagte Krammer.

Erfolg mit Hot

Krammers Ventocom hat bereits gemeinsam mit dem Lebensmittelhändler Hofer im Jänner dieses Jahres den Mobilfunker Hot an den Start gebracht, der bereits über 200.000 Kunden gewinnen konnte und als eines der erfolgreichsten Mobilfunk-Start-ups Europas gilt. Mit den Hot-Kunden teilen sich die Allianz-Mobilfunkkunden übrigens die Vorwahl: 0677.

Mit der Allianz verbindet Krammer auch noch eine weitere Geschäftsbeziehung: Der langgediente Mobilfunkmanager ist auch Präsident des Fußballvereins Rapid, der kommendes Jahr ein neues Stadion bekommt. Es trägt den Namen seines Hauptsponsors: Allianz-Stadion.

"Rapid-Tarif"

Einen eigenen "Rapid-Tarif" für Fans oder Mitglieder des Traditions-Fußballklubs, von dem gerüchteweise immer wieder die Rede war, gibt es vorerst nicht. "Das wird sich erst 2016 entscheiden", so Krammer. (Markus Sulzbacher, 7.9. 2015)

  • Michael Krammer und Allianz-Chef Wolfram Littich bei der Vorstellung des Angebotes.
    foto: sum

    Michael Krammer und Allianz-Chef Wolfram Littich bei der Vorstellung des Angebotes.

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