Fürs Leben lernen

Einserkastl6. September 2015, 18:37
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Das Schuljahr beginnt – auch für Flüchtlingskinder

Heute und am 14. September strömen wieder Kinder in Österreichs Schulen. In den meisten Fällen werden Eltern und Großeltern Vorbereitungen für das Schuljahr getroffen haben, hoffentlich wurden Ängste gemildert, Träume gestärkt. Dieses Jahr werden auch 5000 Flüchtlingskinder erwartet. Sie haben keine erholsamen Ferien genießen dürfen, ihre Familien sind im besten Fall in Österreich angekommen – im schlechtesten reisten sie allein.

In Traiskirchen hielten sich im Sommer an die 150 unbegleitete Minderjährige auf, deren Versorgung nur lückenhaft gewährleistet wurde. Hinter ihnen steht niemand. Sie haben ihren Weg mit zusammengebissenen Zähnen ganz allein bestreiten müssen. Wir wissen nicht, wie viele auf der Strecke blieben. Die, die es geschafft haben, sind nun hier und brauchen Chancen, wie alles, das wachsen soll. Sprache und Bildung sind essenziell für ihre Zukunft. Es handelt sich nicht um Zahlen, nur um Kinder und Jugendliche.

Minderjährige Flüchtlinge sind – wenn man es schon nicht anders als wirtschaftlich betrachten will – humane Ressourcen, von denen Österreich profitieren kann. Sie haben bitter gelernt, selbstständig zu sein, sind oft mehrsprachig, jung und deswegen flexibel. Vor allem wenn man ihren Ehrgeiz nicht einstampft, indem man sie nicht am normalen Schulalltag teilnehmen lässt, sondern ihre Entwicklungsbereitschaft fördert. Diese Integration ist machbar. (Julya Rabinowich, 6.9.2015)

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    foto: reuters/heinz-peter bader
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