Erstmals mehr Briten für EU-Austritt als für Verbleib

6. September 2015, 13:06
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43 Prozent würden bei Referendum für Austritt stimmen

London – Vor dem geplanten Referendum über die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens scheint die Stimmung im Land zu kippen. Erstmals sprachen sich in einer Umfrage mehr Briten für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union aus als für einen Verbleib. Das ergab eine am Sonntag veröffentlichte Befragung des Instituts Survation im Auftrag der europaskeptischen "Sunday Times".

43 Prozent der Befragten sagten demnach, sie seien für einen EU-Austritt, 40 Prozent sprachen sich für einen Verbleib in der EU aus. 17 Prozent der Befragten waren noch unentschlossen.

Die Umfrage unter 1.004 Teilnehmern fand am 3. und 4. September statt. Zuletzt hatte das Institut Survation Anfang Juli eine entsprechende Umfrage veröffentlicht. Damals waren noch 45 Prozent der Befragten für einen Verbleib Großbritanniens in der EU gewesen, 37 Prozent hatten sich für einen Austritt ausgesprochen. 18 Prozent waren unentschlossen. Bei der am Sonntag veröffentlichten Umfrage sagten 22 Prozent der EU-Befürworter, dass sie ihre Haltung ändern könnten, wenn sich die Flüchtlingskrise verschärfe.

Die britische Regierung will bis spätestens Ende 2017 über die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens abstimmen lassen, das Referendum könnte aber bereits im kommenden Jahr stattfinden. Der konservative Premierminister David Cameron kommt mit dem Referendum den EU-Kritiker in den eigenen Reihen entgegen. Er selbst will für einen Verbleib in der EU werben. Als Bedingung dafür will er aber einzelne Bereiche der Mitgliedschaft neu aushandeln und Großbritannien dadurch mehr Souveränität zurückgeben. Am Montag will das britische Unterhaus über das Referendum debattieren und abstimmen, anschließend ist das Oberhaus an der Reihe. (APA, 6.9.2015)

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