Syrien: Verhandlungen über Freilassung von 271 IS-Geiseln

5. September 2015, 15:30
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Unter den Geiseln soll auch der im Mai entführte syrische Geistliche Jacques Mourad sein

Damaskus – In Syrien laufen offenbar Verhandlungen über eine Freilassung von 271 Geiseln der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Darunter sei auch der im Mai von IS-Kommandos entführte syrische Geistliche Jacques Mourad, teilte der vatikanische Pressedienst "Fides" laut Kathpress mit.

Mourad sowie die im August südlich von Homs entführten Christen und Muslime befänden sich in der Region von Quaryatayn, rund 120 Kilometer nordöstlich von Damaskus. Örtliche Kirchenvertreter verhandelten derzeit über Mittelsmänner über deren Freilassung. Ihre Lage sei derzeit "stabil und sicher", so "Fides".

Anlass zur Hoffnung

Der Pressedienst "Zenit" berichtete indes von einem Video, das den entführten Mourad zeige und Anlass zur Hoffnung biete. Ausgestrahlt wurde das Video vom christlichen libanesischen Fernsehsender "Noursat TV". Auch wenn der Beitrag keine Rückschlüsse über das Aufnahmedatum zulasse, so seien sogleich Gerüchte einer unmittelbar bevorstehenden Freilassung des Geistlichen aufgekommen.

Neben dem Video sei laut "Zenit" außerdem ein Brief Mourads an seine Klostergemeinschaft aufgetaucht, in dem er seine Mitbrüder dazu aufrufe, das Kloster Mar Musa zu verlassen, da die Lage in der Region sich für alle Christen weiter verschärfe. Ob der Brief tatsächlich von Mourad stamme, könne jedoch nicht mit Gewissheit gesagt werden, so "Zenit".

47 Menschen getötet

Beobachtern zufolge sollen bei Kämpfen zwischen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) und rivalisierenden Rebellengruppen mindestens 47 Menschen getötet worden. Die Beobachterstelle für Menschenrechte teilte am Samstag mit, die Gefechte seien am Vortag rund um den Ort Marea etwa 20 Kilometer von der türkischen Grenze ausgebrochen. Der IS selbst erklärte am Freitagabend, bei einem erneuten Angriff auf Marea seien Dutzende Gegner getötet worden. Der IS hatte die Stadt vergangene Woche eingekreist. In der grenznahen Region planen die USA und die Türkei eine Offensive gegen die Islamisten. Sollte Marea aber in die Hände des IS fallen, würde dieses Vorhaben erschwert.

Le Monde berichtet, dass Frankreich erwäge, sich an Luftangriffen auf die IS zu beteiligen. Präsident Francois Hollande habe darüber am Freitag mit seinem Verteidigungs-Stab beraten, berichtete die Zeitung "Le Monde" am Samstag unter Berufung auf eine ungenannte hochrangige Quelle.

Die Regierung lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab und verwies darauf, dass Hollande sich dazu am Montag auf einer Pressekonferenz äußern werde. (APA, 5.9.2015)

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