Titelverteidiger Cilic im Achtelfinale, Nadal out

5. September 2015, 12:37
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Kroate kämpft Kasachen Kukuschkin nach Marathon-Partie in fünf Sätzen nieder – Spanier unterliegt erneut Fognini

New York – Nicht zuletzt dank seiner 27 Asse ist Titelverteidiger Marin Cilic trotz einiger Mühe ins Achtelfinale der US Open eingezogen. Der an Nummer neun gesetzte Kroate bezwang den Kasachen Michail Kukuschkin in 4:11 Stunden mit 6:7 (5:7), 7:6 (7:1), 6:3, 6:7 (3:7), 6:1. Cilic gab seine ersten beiden Sätze im Turnierverlauf ab.

In der nächsten Runde trifft der 26-Jährige auf David Ferrer (Spanien/Nr. 7) oder Jeremy Chardy (Frankreich/Nr. 27). Für Cilic war es der 23. Sieg in seinem 28. Match in Flushing Meadows.

Im vergangenen Jahr hatte der 1,98 Meter große Cilic das Finale von New York gegen Kei Nishikori gewonnen. Heuer ist der Japaner völlig überraschend bereits in der ersten Runde an Benoit Paire gescheitert. Der Franzose machte am Freitag seinen ersten Achtelfinaleinzug bei einem Grand Slam mit einem Sieg über den Spanier Tommy Robredo (7:6, 6:1, 6:1) perfekt.

Für Erheiterung im Louis-Armstrong-Stadium sorgte im vierten Satz ein offenbar gedanklich abwesender Techniker, der erst nach mehrmaliger Aufforderung durch den Stuhlschiedsrichter die in den Wechselpausen eingespielte Musik abstellte. Beide Spieler waren zu diesem Zeitpunkt schon knapp eine Minute wieder auf dem Court – und mussten schmunzeln.

"Ich bin heute über meinen Kampfgeist glücklich und akzeptiere, dass ich nicht so gut gespielt habe", meinte Cilic, der zugab, dass man als Titelverteidiger etwas Druck verspüre. "Wenn man auf einem großen Court vor vollen Rängen spielt, gibt es einem extra Motivation für Situationen wie heute, als ich einen Satz und 2:5 hinten war", stellte der Kroate fest. Sein Gegner um einen Platz im Viertelfinale ist Jeremy Chardy (FRA-27), der den als Nummer sieben gesetzten Spanier David Ferrer 7:6(6),4:6,6:3,6:1 ausschaltete.

Der mit Spannung erwartete Hit zwischen Rafael Nadal und Fabio Fognini brachte in der "night session" genau das, was man sich davon versprochen hatte. Nadal, der in diesem Jahr zweimal gegen Fabio Fognini verloren hatte, führte gegen den Italiener schon mit 6:3,6:4. Doch Nadal war an diesem Abend trotzdem kein Happy End vergönnt. In einem mit zunehmender Dauer immer besser werdenden Klassiker, steigerte sich Fognini und spielte sich wahrlich in einen Rausch.

Der Weltranglisten-32. holte sich die Sätze drei und vier mit 6:4,6:3. Im fünften Satz wogte das Match hin und her, nicht zuletzt weil es sieben Breaks in Folge gab – völlig ungewöhnlich für ein Herrenmatch. Mit atemberaubendem Tennis schuf sich Fognini aber die Chance, bei 5:4 auf das Match zu servieren. Und der 28-Jährige nützte den ersten Matchball zum dritten Sieg über Nadal in diesem Jahr. Fognini trifft nun neuerlich auf einen Spanier. Feliciano Lopez überraschte den als Nummer zehn gesetzten Kanadier Milos Raonic mit einem Drei-Satz-Sieg.

Ohne Satzverlust nach drei Runden blieb hingegen der topgesetzte Novak Djokovic. Der Serbe gab aber beim 6:3,7:5,7:5 über den Italiener Andreas Seppi mehr Games ab, als in den ersten beiden Runden zusammen. Der Weltranglisten-25. ließ Djokovic zweieinhalb Stunden hart arbeiten. "Ich bin zufrieden, aber man kann immer besser spielen. Wir sind ja alle irgendwie Perfektionisten. Aber ich darf die Qualität meines Gegners nicht unterschätzen, der ist aus gutem Grund Nummer 25 der Welt und hat dieses Jahr in Australien Federer geschlagen", stellte Djokovic fest.

Sein nächster Gegner ist Robert Bautista Agut (ESP-23), der sich gegen David Goffin nach 0:2-Sätzen in den vierten Durchgang rettete, dann aber von der Aufgabe des Belgiers profitierte.

Evergreen Venus

Bei den Damen sorgte Venus Williams für eine Überraschung. Im Generationen-Duell mit der erst 18-jährigen Aufsteigerin Belinda Bencic aus der Schweiz setzte sich die 35-jährige US-Amerikanerin mit 6:3,6:4 durch. Williams, die einen 2:4-Rückstand im zweiten Durchgang wegsteckte und auch das vierte Duell mit Bencic gewann, erreichte damit erstmals seit 2010 (Halbfinale) in Flushing Meadows die Runde der letzten 16.

"Ich liebe die US Open. Es ist nie vorbei, bis es vorbei ist", meinte Williams noch auf dem Platz.

Bencic, der eine große Karriere bevorsteht, wirkte nicht zu enttäuscht. Immerhin hat sie einen tollen Sommer hinter sich und ist bereits auf Platz 12 im Ranking geklettert. "Sie hat sehr aggressiv gespielt, es ist mir sehr schwer gefallen, ihren Aufschlag zu retournieren. Es war halt unglücklich, dass ich gegen sie schon in der dritten Runde spielen musste", sagte Bencic.

Schwester Serena Williams tat sich beim 3:6,7:5,6:0-Erfolg über ihre US-Landsfrau Bethanie Mattek-Sands schwer. Sie trifft nun in Madison Keys neuerlich auf eine Landsfrau.

Zum zehnten Mal in diesem Jahr musste Williams bei ihrem Erfolgslauf bei Grand-Slam-Turnieren einen Satz abgeben, zum achten Mal war es am Freitag der erste. "Ich versuche nicht, am Rande des Abgrunds zu leben. Aber Bethanie hat einfach wirklich gut gespielt und ich habe erst Ende des zweiten Satzes richtig in meinen Rhythmus gefunden", meinte Williams.

In diesem zweiten Satz wurde es nach einer 5:3-Führung für Williams noch einmal richtig eng, als Mattek-Sands dank eines Rebreaks auf 5:5 ausglich. Doch dann ging es flott: Acht Games en suite und der Auftritt einer Nummer eins, die als fünfte Spielerin der Geschichte alle vier Major-Turniere im gleichen Jahr gewinnen will. (sid/APA/red – 5.9. 2015)

  • Für Marin Cilic war es lange richtig eng.
    foto: apa/epa/gombert

    Für Marin Cilic war es lange richtig eng.

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