Neos in Oberösterreich: Fehlzündung der pinken Stimmungsrakete

Video4. September 2015, 18:13
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Ein Wahlkampfauftakt zum Aufräumen: Viel Bekanntes, wenig Euphorie

Freitagnachmittag startete der politische Newcomer in den oberösterreichischen Intensivwahlkampf: Für gut eine Stunde färbte sich der "Fuß" des Linzer Froschbergs in zartes Pink. Geschuldet war dies den Neos, die im Bergschlößl ihren offiziellen Wahlkampfauftakt feierten.

Spitzenkandidatin Judith Raab lud ihre Getreuen zum politischen Baustellenfest ins Dachgeschoß des altehrwürdigen Gebäudes – damit war angesichts der spätsommerlichen Außentemperaturen und trotz der überschaubaren Menge zumindest für eine heiße Stimmung gesorgt.

Inhaltlich boten die Neos nämlich über weite Strecken nur Erwartbares. Bundesparteichef Matthias Strolz wurde als Baumeister und Architekt auf die Bühne geholt: In Österreich sei "ein System in den letzten Zügen". Strolz: "Wir sollten die Vorzeichen einer Schwächung nicht übersehen." Womit das Parteicredo fast aufgelegt war: "Wir erneuern Österreich."

derstandard.at/dedl

Vertreten waren übrigens auch die Spitzenkandidaten der politischen Konkurrenz: Josef Pühringer, Rudi Anschober, Manfred Haimbuchner und Reinhold Entholzer tanzten als Pappfiguren im Papiergeld-Regen über die Bühne. Bis Oberösterreichs pinke Frontfrau Judith Raab mit einem kräftigen "Jo, wos is' denn des für a Baustö' da" über die Bühne fegte.

Inhaltlich bot Raab nach einer kurzen Familienaufstellung in Pink – die Tochter als Grund für den Einstieg in die Politik und der Papa, der beim Frühschoppen im Mühlviertel Neos-Flyer verteilt – einen Auszug aus dem offiziellen Parteiprogramm: Parteiförderung halbieren, Funktionszeiten der Landeshauptleute beschränken, Proporz abschaffen und die Baustellen Bildung und Gesundheit aufräumen.

Die rund 100 Gäste waren dennoch zufrieden: Mit pinken Muffins unter dem Konfettiregen blickten die Bauarbeiter lächelnd in die politische Zukunft. Aber können sie die Vier-Prozent-Hürde in den oberösterreichischen Landtag schaffen? Baumeisterin Raab ist sich sicher: "Jo, wir schaffen das." (Markus Rohrhofer, 5.9.2015)

  • "Jo, wos is' denn des für a Baustö' da."
    werner dedl

    "Jo, wos is' denn des für a Baustö' da."

  • Strolz: "Wir sollten die Vorzeichen einer Schwächung nicht übersehen."
    werner dedl

    Strolz: "Wir sollten die Vorzeichen einer Schwächung nicht übersehen."

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