USA klagen Händler wegen "Flash Crash" aus 2010

4. September 2015, 14:27
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Der Mann war im April in einem Londoner Vorort festgenommen worden, ihm stehen nun 22 Anklagepunkte gegenüber

Chicago (Illinois) – Ein in Großbritannien lebender Börsenhändler, der für den Absturz des Dow Jones im Mai 2010 mit verantwortlich gemacht wird, ist in den USA angeklagt worden. Ein Gericht in Chicago sieht Navander Singh Sarao in 22 Anklagepunkten schuldig, wie am Donnerstag aus Justizkreisen verlautete – unter anderem wegen Marktmanipulation und Betrugs.

Sarao war im April im Haus seiner Eltern in einem Londoner Vorort festgenommen und Mitte August wieder auf Kaution freigelassen worden. Ende September will Großbritannien entscheiden, ob er in die USA ausgeliefert wird.

Sarao soll mit einem computergesteuerten Handelsprogramm zum Absturz des Aktienmarktes im Mai 2010 beigetragen haben. Damals verlor der Aktienindex Dow Jones binnen weniger Minuten 600 Punkte, fast zehn Prozent – ein sogenannter Flash Crash. Sarao soll mit seinen "betrügerischen Manipulationen" insgesamt 40 Mio. Dollar (35,6 Mio. Euro) verdient haben. Nach Angaben der US-Justiz vom Donnerstag begann er damit im Jönner 2009.

Sarao hatte nach seiner Festnahme gesagt, er habe sich nichts vorzuwerfen. Er habe lediglich "gute Arbeit" geleistet. (APA, 4.9.2015)

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