Deutsche Radiopreise: Radiomacher traten gegen Fremdenhass auf

4. September 2015, 11:34
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Iris Berben: "Der Mob muss Angst bekommen – nicht die Flüchtlinge" – Udo Lindenberg kündigt "große machtvolle Demonstration"

Hamburg – Internationale Musiker wie die norwegische Band a-ha waren am Donnerstag zu den Deutschen Radiopreisen nach Hamburg gekommen. In einer Gala vor rund 1.000 Gästen erhielten Hörfunkmacher die Auszeichnung. Viele der Stars nutzten dabei ihre Auftritte, um an das Schicksal der vielen Flüchtlinge zu erinnern.

Mit eindringlichen Worten wandte sich Schauspielerin Iris Berben gegen Fremdenhass: "Der Mob muss Angst bekommen – nicht die Flüchtlinge", sagte die 65-Jährige. "Ich lebe gerne in diesem Land, und ich lasse es mir nicht kaputt machen", meinte sie: "Lasst uns viele sein und lasst uns laut sein."

"Machtvolle Demonstration"

Rockmusiker Udo Lindenberg, der wie Berben als Gratulant in der von Entertainerin Barbara Schöneberger moderierten Show im Schuppen 52 – einer ehemaligen Lagerhalle – auftrat, appellierte an die Deutschen, weiterhin so viel positives Engagement für Flüchtlinge zu zeigen. "Das wird immer mehr eine echte bunte Republik Deutschland", lobte der 69-Jährige. "Es gibt noch ein paar dunkle Flecken, aber die kriegen wir auch noch weg", meinte er unter dem Applaus des Publikums und kündigte eine "große machtvolle Demonstration" an, die er gemeinsam mit anderen Musikerkollegen auf die Bühne bringen will.

Beste Reportage

Um Flüchtlinge ging es auch in der besten Reportage, die 105,5 Spreeradio mit "Schlepperbanden – Menschenleben werden Ware" lieferte. Mehr als ein Jahr dauerten die Recherchen, um die Routen der Schlepperbanden nachzuzeichnen und handelnde Personen zur Rede zu stellen, hieß es. Doch am Ende bleibe die Frage: "Sind Schlepper skrupellose Verbrecher oder Helfer in der Not?" Den Preis überreichte der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler. Deutschland mache zur Zeit eine gute Präsentation der Menschlichkeit und Humanität, sagte der 85-Jährige. Das sehe die ganze Welt, das sei das wirkliche Deutschland. (APA, 4.9.2015)

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