Lissabon in der Seifenkiste

Kolumne10. September 2015, 12:08
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Wer kann dazu so schon Nein sagen? Ein zweisitziger Minibuggy, basierend auf einem Moped mit Automatikgetriebe. Auf den Punkt gebracht: ein Heidenspaß.

Kulisse: keine abgesperrte Strecke, nein, die Straßen Lissabons. Man benötigt nur eine Lenkerberechtigung, sprich: gültigen Führerschein, eine Unterschrift, und schon kann es losgehen – ganz entgegen gewohnter österreichischer Regulierungsmanier. Ganz ehrlich, endlich verstehe ich die Begeisterung für Seifenkisten, denn: eine Federung wie aus Sperrholz, Retourgang? Ach woher – und Geschwindigkeiten von mehr als 40 km/h wagen nur Lebensmüde. All das gepaart mit steilen, eng verwinkelten und dazu noch grob gepflasterten Straßen.

Fuchtelnde Passanten

Enthusiastisch und leider ähnlich bedacht wie Kleinkinder, die das Dreirad für sich entdecken, brettern wir also in der portugiesischen Metropole herum, bis irgendwann mehrere Passanten wild mit den Armen herumfuchteln. Begeisterungsgesten vielleicht? Nein, ganz und gar nicht.

Eine Straßenbahn schlängelt sich nämlich in unsere Richtung. Was sich zum Problem entwickeln kann, wenn kein Rückwärtsgang vorhanden und das Ding dank Wendekreises eines Hummers Umdrehen verunmöglicht. Als der Schaffner epileptisch anmutende Regungen zeigt, hilft nur eines: Wir springen aus der Kiste, rollen sie auf den Gehsteig – und werden dort mit dem Schild "Einbiegen verboten" begrüßt. Uuups, vorher ganz übersehen ...

Aber soll ich Ihnen was sagen? Selten so viel Hetz' gehabt. Das ist ein grandioser Weg, eine Stadt zu erkunden. (Stephan-Alexander Krenn, 10.09.2015)

  • Es ist grandios, mit einem Buggy die Stadt zu erkunden.
    foto: red tours

    Es ist grandios, mit einem Buggy die Stadt zu erkunden.

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