Das gläserne Auto

Kolumne4. September 2015, 11:35
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Von der Vernetzung des Automobils mit dem Rest der Welt versprechen sich viele enorme Wachstumsraten. Die Informationstechnologie bietet neue, nie da gewesene Chancen, aber auch Risiken.

Um Zweiflern und Kritiken zu begegnen, gibt es vor allem zwei Argumentationslinien: in erster Linie die Sicherheit – dann kommt aber schon die Umwelt.

Mit Elektronik lassen sich Zusammenstöße zumindest in ihren Folgen abmildern. Mit Elektronik kann man aber auch Verkehrsströme lenken und damit den Energieverbrauch pro Fahrzeug verringern. Sogar in die Motorsteuerung kann von außen eingegriffen werden. Es ist auch möglich, über Geländedaten des Navigationssystems dem Automatikgetriebe mitzuteilen, dass es auf einer Steigung jetzt besser ist, den Gang beizubehalten oder hinauf- oder hinunterzuschalten. Damit kann man einiges an Sprit sparen.

Hackerangriffe

Wo viele Möglichkeiten sind, gibt es aber auch Gefahren und Nebenwirkungen: Elektronische Systeme, die von außen in die Motorsteuerung eingreifen, müssen natürlich ganz besonders gegen Missbrauch abgesichert sein. Wie Hackerangriffe in jüngster Zeit gezeigt haben, ist das schon jetzt, wo es noch um relativ einfache Systeme geht, oft nicht der Fall ist (ein Jeep wurde übers Internet ferngesteuert in den Graben geschubst). Auch die Versprechungen enormer Verbesserungen des Verkehrsflusses durch elektronisches Road-Management werden sehr oft nicht wahr. Und wenn sie wahr werden, steht am Ende doch immer noch mehr Verkehr, was der Umwelt auch nicht hilft. (Rudolf Skarics, 04.09.2015)

  • Der Bildschrim in vielen Autos ist nicht nur ein Bedienelement, sondern gleichzeitig auch oft eine Schnittstelle in die digitale Welt.
    foto: reuters

    Der Bildschrim in vielen Autos ist nicht nur ein Bedienelement, sondern gleichzeitig auch oft eine Schnittstelle in die digitale Welt.

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