Spanische Polizisten klagen über Cannabis-Dämpfe

3. September 2015, 23:01
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Polizeigewerkschaft fordert luftdichte Container

Barcelona – Auf spanischen Polizeiwachen fühlen sich Beamte nach Angaben einer ihrer Gewerkschaften angesichts der dortigen Mengen an beschlagnahmtem Marihuana häufig wie benebelt. Die katalanische Polizistenunion Uspac erklärte am Donnerstag, die Ordnungshüter hätten den Eindruck, "etwas Verbotenes geraucht" zu haben.

Besonders gravierend sei das Problem in kleinen Dienststellen auf dem flachen Land, wo bei Razzien im Sommer haufenweise Haschisch sichergestellt werde. Die Polizeiwache der Kleinstadt Olot in der nordöstlichen Provinz Girona beispielsweise bewahre in ihrer Garage bis zu 400 Marihuanapflanzen auf.

Polizeiwachen sind angehalten, Drogen so lange zu lagern, bis sie auf gerichtliche Anordnung vernichtet werden. Das kann mitunter länger als einen Monat dauern. Der Uspac-Sprecher Josep Miquel Milagros erwähnte Fälle von Polizisten, die von dem Haschisch-Geruch so benommen gewesen seien, dass sie das Revier wegen Kopfschmerzen vor Ende ihrer Schicht verlassen mussten.

Die Polizeigewerkschaft fordert deshalb, das Rauschgift in hermetisch verschlossenen Containern außerhalb der Kommissariate zu verwahren. "Stellen Sie sich vor, jemand will auf dem Revier eine Diebstahlsanzeige stellen, und dann ist da dieser süßliche Duft", sagte Milagros. (APA, 3.9.2015)

  • In der spanischen Enklave Melilla beschlagnahmte die Polizei 13 Tonnen Haschisch
    foto: epa/f.g. guerrero

    In der spanischen Enklave Melilla beschlagnahmte die Polizei 13 Tonnen Haschisch

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