Island mit der Sensation, Bale richtet's für Wales

3. September 2015, 22:59
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Isländer gewinnen in Amsterdam 1:0, Wales setzt sich auf Zypern durch

Wien – Den Niederlanden droht bei der EM 2016 in Frankreich die Zuschauerrolle. Der WM-Dritte musste sich am Donnerstag in Amsterdam Tabellenführer Island 0:1 geschlagen geben. Weil Tschechien beim 2:1 zu Hause gegen Kasachstan einer Blamage knapp entging, liegen die Holländer nach dem siebenten Spieltag bereits sechs Punkte hinter dem zweiten Platz.

Danny Blind erlebte eine völlig missglückte Premiere als Coach. Der 42-fache Internationale, der erst im Juli nach enttäuschenden Quali-Ergebnissen dem zurückgetretenen Guus Hiddink gefolgt war, sah, wie seine Mannschaft taktisch hervorragend eingestellten Isländern wenig entgegenzusetzten hatte.

Wow

Die Isländer dürfen hingegen nach der zweiten Sensation gegen die Niederlande allmählich mit der EM-Teilnahme planen. Für viele Beobachter war der 2:0-Erfolg in Reykjavik gegen die Niederlande im Vorjahr der Startschuss eines Märchens, am Donnerstag legte die vom Schweden Lars Lagerbäck betreute Mannschaft nach. Gylfi Sigurdsson verwandelte einen Elfer zum 1:0 (51.) und fügte den Niederländern damit die erste Heimniederlage nach 37 Quali-Spielen zu.

Zuvor war Arjen Robben, erst in dieser Woche zum Kapitän bestellt, nach einer halben Stunde mit einer Leistenverletzung ausgefallen. Auch Klaas Jan Huntelaar musste vor der Pause vom Feld: Der Stürmer wurde nach einer roten Karte für Verteidiger Bruno Martins Indi aus taktischen Überlegen ausgewechselt.

Island, das es bisher weder zu einer WM noch einer EM geschafft hat, liegt weiterhin zwei Punkte vor Tschechien. Milan Skoda (74., 86.) drehte die Partie gegen Kasachstan spät. Fast wären die Niederländer sogar auf Rang vier zurückgerutscht, hätte die Türkei nicht zu Hause gegen Lettland spät ein Gegentor kassiert: Valerijs Sabala glich in der Schlussminute zum 1:1 aus, Selcuk Inan hatte zuvor für die Türken getroffen (77.).

Bale und Wales

Allmählich mit der ersten EM-Teilnahme planen darf auch Wales. Die noch ungeschlagenen Briten, Gegner Österreichs in der nächsten WM-Qualifikation, kamen dank eines späten Treffers von Gareth Bale (82.) in Zypern zum fünften Sieg im siebenten Spiel.

Weiterhin drei Punkte dahinter rangiert Belgien. Der von Marc Wilmots betreute Weltranglistenzweite drehte gegen Bosnien-Herzegowina – Sturm-Mittelfeldspieler Anel Hadzic saß auf der Bank – nach Edin Dzekos Führungstreffer (15.) noch vor der Pause das Spiel. Marouane Fellaini (23.), Kevin de Bruyne (44.) und Eden Hazard (78./Elfmeter) sicherten Belgien (14 Punkte) den zweiten Qualiplatz vor Israel (12), das Andorra locker 4:0 besiegte.

Italien zieht an Kroatien vorbei

In Gruppe H mühte sich Italien in Florenz zu einem 1:0 über Malta, Graziano Pelle traf in der 69. Minute für den neuen Tabellenführer. Der bisherige Leader Kroatien war bereits am frühen Abend in Aserbaidschan nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Für Bulgarien ist der EM-Zug nach der 0:1-Heimniederlage gegen Norwegen abgefahren, bei den Siegern saßen die Salzburg-Legionäre Valon Berisha und Havard Nielsen auf der Bank. Die Norweger liegen nur zwei Punkte hinter Italien auf Platz drei. (APA, red, 3.9.2015)

EM-Qualifikation, Donnerstag

Gruppe A:

Türkei – Lettland 1:1 (0:0)
Konya, Tore: Selcuk Inan (77.) bzw. Sabala (91.)

Tschechien – Kasachstan 2:1 (0:1)
Plzen, Tore: Skoda (74., 86.) bzw. Logwinenko (21.)

Niederlande – Island 0:1 (0:0)
Amsterdam, Tor: G. Sigurdsson (51./Elfer). Rote Karte: Martins Indi (NED/33.)

Gruppe B :

Zypern – Wales 0:1 (0:0)
Nikosia, Tor: Bale (82.)

Israel – Andorra 4:0 (4:0)
Haifa, Tore: Zahavi (3.), Biton (22.), Hemed (26./Elfer), Dabbur (38.)

Belgien – Bosnien-Herzegowina 3:1 (2:1)
Brüssel, Tore: Fellaini (23.), De Bruyne (44.), Hazard (78./Elfer) bzw. Dzeko (15.). Hadzic (Sturm) bei Bosnien auf der Bank

Gruppe H:

Aserbaidschan – Kroatien 0:0
Baku

Italien – Malta 1:0 (0:0)
Florenz, Tor: Pelle (69.)

Bulgarien – Norwegen 0:1 (0:0)
Sofia, Tor: Forren (57.)

  • Island überrascht in Amsterdam.
    foto: apa/epa/koen van weel

    Island überrascht in Amsterdam.

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