Weinbau in der EU: Planwirtschaft lässt grüßen

Kommentar3. September 2015, 17:13
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Die bürokratischen Fallgruben, die sich für die Bauern auftun, sind tief

Die Agrarpolitik der EU war nie ein Ausbund an Marktliberalität. Versuche einer Lockerung der strikten Regeln, die für die Landwirtschaft gelten, gehen oftmals nach hinten los. Ein gutes Beispiel dafür ist der Milchsektor. Nach einer Liberalisierung erst im April gehen erboste Bauern auf die Straße: Zu viel Milch drückt den Preis unter die Gestehungskosten. Viele wünschen sich bereits eine Rückkehr zur alten Milchquote.

Beim Weinbau geht die EU-Kommission derzeit gerade den Weg einer Planwirtschaft wie im real nicht mehr existierenden Sozialismus. In der Zukunft werden Rebflächen reglementiert, was das Zeug hält.

Nicht dass man als Weinbauer künftig einfach so eine neue Fläche für den Weinbau festlegen kann. Da muss erst ein Weinbauer innerhalb des jeweiligen EU-Mitgliedslandes aufgeben und seine Flächen roden, damit ein anderer Winzer anderswo expandieren kann. Die "Auspflanzrechte" dürfen innerhalb der Bauernschaft nicht gehandelt werden, sondern werden in Österreich von der ohnehin schon mächtigen Agrarmarkt Austria verwaltet.

Österreichs Weinbau dürfte mit dieser Vorgabe in etwa gleich groß bleiben, kann also nicht wachsen. Das ist bei der in der Regel ausgeglichenen Bilanz, was Inlandskonsum und Export/Import des Rebensaftes betrifft, gar nicht mal schlecht. Aber die bürokratischen Fallgruben, die sich hier für die Bauern auftun, sind tief. (Johanna Ruzicka, 3.9.2015)

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