Unicredit prüft Abbau tausender weiterer Jobs

3. September 2015, 17:08
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Vor allem Mitarbeiter in Italien, Deutschland und Österreich sollen von zusätzlichen Jobkürzungen betroffen

Mailand/Wien – Die Unicredit erwägt die Kürzung von 10.000 Jobs im Rahmen des aktualisierten Entwicklungsplans bis 2018, den der Konzern im November vorlegen wird. Von den zusätzlichen Stellenstreichungen sollen vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Italien und Deutschland (Hypo Vereinsbank), aber auch in Österreich (Bank Austria) betroffen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Weder Unicredit noch Bank Austria gaben Kommentare dazu ab.

Vergangenes Jahr hatte die Unicredit lediglich die Streichung von 2.700 Stellen angekündigt. CEO Federico Ghizzoni hatte beim Vorlegen der Halbjahresergebnisse Anfang August allerdings erklärt, dass die Unicredit im November eine aktualisierte Version des im März vorgestellten Entwicklungsplans präsentieren könnte. Die Unicredit arbeite an einer Kostensenkung, ob sich diese auf Österreich und Deutschland konzentrieren werde, wollte Ghizzoni nicht kommentieren.

Für die Hypo Vereinsbank (HVB) hatte Ghizzoni zuletzt in einem "Handelsblatt"-Interview am Mittwoch Maßnahmen angekündigt: "Es gibt einige Möglichkeiten, die Bank schlanker aufzustellen und manche nicht kundenrelevante Funktionen auf der Ebene der Gruppe zu zentralisieren."

Verlegung der Zentrale aus Wien kein Thema

Die Eigenständigkeit der Münchner Bank wird damit weiter eingeschränkt. Vor zehn Jahren hatten die Italiener die HVB geschluckt. Diese selbst hatte bei ihrer Bilanzvorlage Anfang August von einem anhaltend schwierigen Marktumfeld gesprochen. Ghizzoni sei mit der Effizienz der HVB unzufrieden, berichtete die Zeitung. Für jeden Euro Ertrag hatte die HVB per Ende Juni 75 Cent ausgegeben. Die Mutter Unicredit schneidet bei dieser Kosten-Ertrags-Relation mit 60 Prozent deutlich besser ab.

Auch in Österreich hatten Überlegungen, die Gruppe könnte Funktionen stärker in Mailand konzentrieren, für Spekulationen gesorgt. Wien als Osteuropazentrale der Unicredit wackle aber nicht, eine Verlagerung sei "kein Thema", sagte Bank-Austria-Chef Willibald Cernko am Mittwochabend. "Wir präsentieren unsere Überlegungen im Oktober, November." (APA, 3.9.2015)

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