Hightech-Anzug macht aus Kampfsportlern "Street Fighter"

5. September 2015, 10:00
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"Unified Weapons Master" registriert Treffer und erlaubt Austragungsmodi wie im Videospiel

Kaum etwas bringt mehr sportliche Tradition mit, wie der Kampfsport. Während Breitensportarten wie Fußball erst seit etwa 150 Jahren existieren, lässt sich etwa Kung Fu – die Basis für eine Reihe von anderen "Martial Arts" – bis ins fünfte Jahrhundert nachverfolgen. Verändert hat sich die Kampfsportwelt dabei auf technischer Ebene nur sehr langsam.

Das will das "Unified Weapons Master"-Projekt ändern. Im Zentrum der geplanten Revolution steht dabei die "Lorica", ein mit Elektronik voll ausgestatteter Ganzkörper-Anzug.

uwm - unified weapons master

Zahlreiche Waffen

Die wichtigste Aufgabe der Lorica ist, wenig überraschend, der Schutz seines Trägers. Er fängt Schläge, Tritte und Stöße auf alle Körperteile ab. Dank zugehörigem Helm soll man auch am Kopf unversehrt bleiben. Neben dem Kampf mit dem Händen gibt es auch eine Reihe Waffen, die asiatischen und europäischen Kriegswerkzeugen nachempfunden sind.

So gibt es etwa ein japanisches Bokken-Schwert, ein Set mit zwei Tjabang-Dolchen, aber auch eine Axt oder ein europäisches Zweihandschwert. Einhandkämpfer können sich zudem mit einem Schild rüsten.

Crowdfunding

Finanziert wird der UWM-Sport von privaten Geldgebern sowie mit einer Crowdfunding-Kampange auf Indiegogo. Interessenten können sich auf diesem Wege Trainingsausführungen von Waffen und Schild sichern, die Kosten liegen im niedrigen dreistelligen Dollar-Bereich. Dazu kann auch einer der ersten drei hergestellten Lorica-Helme für 75.000 Dollar erworben oder gleich einer der zukünftigen Kämpfer für 100.000 Dollar gesponsert werden.

Wer in Australien lebt, kann sich außerdem Tickets zu einem der ersten Events sichern, denen ausschließlich geladene Gäste beiwohnen werden. Diese 2016 in Sydney abgehalten, um das Format zu testen und zu entwickeln, wofür man waffenerfahrene Kampfsportler rekrutieren wird. 2017 soll es erste größere Arenakämpfe geben, die in den USA stattfinden.

foto: unified weapons master

Genaue Trefferanalyse

Neben der Schutzfunktion bieten die Hightech-Kampfanzüge noch andere Vorteile. Sie verfügen über ein eingebautes Kühlsystem, Helmkamera und Mikrofon. Sie lesen außerdem Herzfrequenz und Körpertemperatur des Trägers aus.

Der wichtigste Punkt ist jedoch das "Intelligent Armor System". Sensoren messen bei Treffern den Einschlagsort und die Wucht in Echtzeit und übertragen diese kabellos an einen Server. Dieser verarbeitet diese nach einem UWM-Scoring-System. Menschliche Schiedsrichter, die oft genug Stoff für Kontroversen liefern, werden damit stark entlastet.

Für Zuseher werden die biometrischen Werte laufend eingeblendet. Denkbar ist aufgrund der objektiven Trefferberechnung auch die Einblendung von Lebensbalken für die Kontrahenten in der Arena, ähnlich wie man es aus Beat‘em-Up-Games wie "Street Fighter" oder "Mortal Kombat" kennt.

foto: unified weapons master

Neue Version der Lorica in Entwicklung

Mehrere funktionale Prototypen der Lorica konnten die UWM-Betreiber nach eigenen Angaben bereits verwirklichen. Nun entwickelt man eine neue Generation der Rüstung, die sicherer und leichter werden und außerdem bessere Kühlung und Beweglichkeit ermöglichen soll.

Zumindest 100.000 Dollar will man über Indiegogo lukrieren, wobei den Betreibern das Geld auch bei Verfehlen dieses Zieles ausgezahlt wird. Rund einen Monat vor Ende der Kampagne, die am 25. August online gegangen ist, steht man nun bei 42.000 Dollar. Die Chancen, das Finanzierungsziel zu erreichen, stehen also gut. (gpi, 05.09.2015)

Hinweise zu Crowdfunding

Bei den meisten Consumer-Plattformen wird der Unterstützer zu einem nachrangigen Investor mit geringen Rechten. Die Belohnungen, oft in Form von Produkten, sind als freiwillige "Belohnung" für die Investition gedacht. Die Unterstützung eines Projektes hat daher nicht den Status einer für den Produzenten verbindlichen Vorbestellung.

Wer in ein Projekt investiert sollte daher weitestmöglich die Glaubwürdigkeit des dahinter stehenden Unternehmens und seiner Versprechungen prüfen. Eine derartige Kontrolle erfolgt durch Kickstarter und Co. in der Regel nicht. Dem Risiko entgegen steht dafür der Vorteil, dass über Crowdfunding kreative und innovative Projekte in verschiedenen Bereichen realisiert werden können, für die sich traditionelle Investoren nicht begeistern lassen.

Links

Unified Weapons Master

Indiegogo

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