Lenovo: Windows 10 allein dreht schwachen PC-Markt nicht

3. September 2015, 11:47
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Top-Manager: Für einen Umschwung bedarf es jedoch einer Verbesserung der weltweiten ökonomischen Rahmenbedingungen

Früher haben neue Versionen des Microsoft-Betriebssystems Windows dem PC-Markt oft einen kräftigen Schub gegeben. Jetzt schwächelt das Geschäft – die Branche rechnet nicht mit großen Sprüngen dank Windows 10. Der schwache Markt für Personal Computer kann aber laut Einschätzung von Lenovo-Manager Gianfranco Lanci nicht alleine durch das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 10 wiederbelebt werden.

"Die Verbraucher müssen wieder mehr Geld ausgeben."

"Windows 10 ist ein großartiges Betriebssystem und gibt auch Impulse, veraltete PC durch neue Geräte zu ersetzen. Und 75 Millionen neue Anwender in einem Monat sind auch ein tolles Ergebnis", sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Präsident des weltgrößten PC-Herstellers am Rande der Technikmesse IFA in Berlin. Für einen Umschwung bedürfe es jedoch einer Verbesserung der weltweiten ökonomischen Rahmenbedingungen. "Die Verbraucher müssen wieder mehr Geld ausgeben."

Lanci widersprach der These, dass der PC am Ende seines Lebenszyklus' sei und künftig durch Smartphones und Tablet Computer ersetzt werde. "Uns macht keine Sorgen, dass der Markt sich abschwächt, weil der PC von anderen Geräten verdrängt würde." Relevanter sei die weltweite wirtschaftliche Lage: "In vielen Märkten der Schwellen- und Entwicklungsländer, die uns lange Zeit Quartal für Quartal, Jahr für Jahr schöne Zuwachsraten beschert haben, findet derzeit kein Wachstum mehr statt. Oder sie wachsen zumindest nicht mehr in der Geschwindigkeit, die wir gewohnt waren. Ich rede von China, Russland, Brasilien, Lateinamerika."

"Nur die Stückzahlen bei den Smartphones legen zu"

Im PC-Markt führe diese Entwicklung derzeit zu einem Einbruch von 20 bis 30 Prozent. Auch der Tablet-Markt schrumpfe. "Nur die Stückzahlen bei den Smartphones legen zu. Aber hier wächst vor allem das untere Segment, Geräte für 99 oder 149 Dollar." Die Wirtschaftsentwicklung führe derzeit zur einer signifikanten Konsolidierung unter den Herstellerfirmen: "Einige Player sind bereits aus dem Markt ausgestiegen, anderen steht das noch bevor. Für sie wird es unmöglich sein, in diesen Zeiten finanziell durchzuhalten."

Lanci glaubt, dass sich nur wenige große Hersteller langfristig behaupten können, die breit aufgestellt sind: "Wir gehören zu den wenigen Firmen weltweit, die die gesamte Palette abdecken: von den Wearables über Smartphone und das Tablet bis hin zum PC. Auf der IFA zeigen wir, wie man alles zusammenführen kann."

Motorola

Lanci betonte, Lenovo werde die von Google übernommene Marke Motorola weiterführen, weil sie für Innovation und erstklassige Produktentwicklung stehe. Lenovo sei für günstige Preise und gutes Marketing bekannt. "Wir werden die Stärken beider Marken kombinieren." (APA, 3.9. 2015)

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    foto: apa
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