Schock in Griechenland nach Tod eines syrischen Buben

3. September 2015, 11:20
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Das Kind war samt seiner Mutter und seinen Brüdern auf dem Weg nach Kos vor der türkischen Küste ertrunken

Athen/Ankara – Fast die gesamte griechische Presse hat am Donnerstag schockiert auf das Foto eines syrischen Flüchtlingskindes reagiert, das tot am Strand nahe dem türkischen Ferienort Bodrum angespült wurde. Das Kleinkind ertrank am Vortag vor der türkischen Küste bei dem Versuch, zusammen mit anderen Flüchtlingen die griechische Insel Kos zu erreichen. Auch seine Mutter, seine beiden Brüder und sieben weitere Menschen kamen ums Leben.

"Es reicht", titelte die Zeitung "Ta Nea" über dem Bild des Kindes auf der ersten Seite. Europa zeige sich "unzulänglich" in dem Flüchtlingsdrama.

Ähnlich reagierte die Zeitung "Efimerida ton Syntakton": "Was versteht ihr denn nicht?", fragte sie in Richtung Europa. Die Werte der europäischen Kultur würden zu Land und zu Wasser auf die Probe gestellt, meinte das Blatt.

Vier Festnahmen

Die türkische Polizei gab am Donnerstag bekannt, in diesem Fall vier mutmaßliche Schlepper festgenommen zu haben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Dogan am Donnerstag.

Berichten zufolge war der Bub drei Jahre alt. Die Familie sei im vergangenen Jahr aus der syrischen Stadt Kobane vor der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" in die Türkei geflohen. Der Vater der Kinder hat überlebt und soll inzwischen wieder in Kobane sein. (APA, dpa, 3.9.2015)

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Bericht in "Ta Nea" – Achtung: Das griechische Nachrichtenportal veröffentlichte auch Fotos der Leiche des Buben

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