Ungleichheit: Ablenkungsmanöver

Kommentar2. September 2015, 18:32
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Bessere Aufstiegschancen wären ein wichtiger Schritt, um die Einkommensverteilung positiv zu beeinflussen

Es konnte nicht wirklich überraschen, dass Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske in Alpbach neuerlich die Einführung von Vermögenssteuern forderte. Die Roten haben das Konzept zwar bei der Steuerreform geopfert, vor den Wiener Wahlen macht sich die Ansage bei der eigenen Klientel aber gut. Dass die ÖVP das Anliegen beharrlich abwehrt, sollte die Sozialdemokraten nicht allzu sehr frustrieren. Geht es ihnen wirklich um eine Reduktion der Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen (und nicht nur um mehr Budgeteinnahmen), sind ohnehin andere Ansätze zielführender. Das Aufkommen aus einer Vermögenssteuer würde derzeit im staatlichen Verwaltungsapparat versickern.

Mehr wäre hingegen mit einer Verbesserung der Aufstiegschancen über das Bildungssystem zu bewerkstelligen. Dabei liegt hierzulande vieles im Argen, obwohl gerade hier der Schlüssel für die Bekämpfung von Ungleichheit liegt. In Österreich wird vom Kindergarten bis zum Ende des Schulsystems das Hinaufklettern auf der sozialen Leiter erschwert, das Prinzip der vererbten Bildung perfektioniert.

Vor allem die Querelen um die gemeinsame Schule zeigen, wie gering die Lösungskompetenz der Regierung ist. Dabei wären bessere Aufstiegschancen ein extrem wichtiger Schritt, um die Einkommensverteilung positiv zu beeinflussen. Und was passiert? Die ÖVP blockiert, die SPÖ lenkt mit der Vermögenssteuer ab. (Andreas Schnauder, 2.9.2015)

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