Ist Korruption erst einmal verbreitet, hilft nur noch wenig

2. September 2015, 17:10
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Modell aus der Spieltheorie macht wenig Hoffnung

Wien – Das Ausgangsproblem war ein dringliches und konkretes: Der japanische Forscher Yoh Iwasa beobachtete bei seinen Reisen durch Südostasien, dass dort besonders viele illegale Rodungen stattfinden. Das Überwachungssystem scheint dort nicht zu funktionieren. Da Yoh Isawa Biomathematiker ist, wollte er das Problem theoretisch lösen – und zwar mithilfe seines Kollegen Karl Sigmund (Uni Wien und IIASA in Laxenburg), eines international anerkannten Spieltheorieexperten.

Das Problem ist eine Spezialversion der sogenannten Allmende-Problematik. In solchen spieltheoretischen Modellen wird untersucht, wie positive Anreize und Strafen durch Überwacher dazu führen, dass Menschen eine gemeinsame Ressource nachhaltig bewirtschaften und nicht ausbeuten, bis sie zerstört ist.

Überwachen und Strafen

Die konkrete Frage lautete dementsprechend, wie sich die Korruption von Überwachern in diesem Modell auswirkt. Die Antwort der Forscher im "Journal of Theoretical Biology" lautet kurz und bündig: verheerend. Gut funktionierende Überwachersysteme seien zwar kaum gefährdet, in einen Sumpf der Korruption abzugleiten. Doch ist Bestechlichkeit erst einmal verbreitet, dann ist sie extrem schwer zu bekämpfen. Ausmerzen könne man sie am ehesten dadurch, dass man die bestechlichen Überwacher bloßstellt. (tasch; APA, 3.9.2015)

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