Über drei nimmersatte Musketiere

2. September 2015, 16:34
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David Alaba, Marko Arnautovic und Aleksandar Dragovic sind drei wesentliche Faktoren, warum das österreichische Fußballnationalteam Aufmerksamkeit erregt und Erfolg hat

Wien – Die drei wissen, dass bereits am Samstagabend etwas Reizendes passieren kann. Punktet Schweden in Russland und gewinnt Österreich in Wien gegen die Republik Moldau, ist die EM-Teilnahme drei Runden vor Ende der Quali fix. Wobei erst über gelegte Eier gesprochen und gejubelt werden soll. Sagen sie. David Alaba (23), Marko Arnautovic (26) und Aleksandar Dragovic (24) bilden eine Achse im österreichischen Nationalteam. Auf dem Platz, abseits davon. "Wir sind die drei Musketiere", sagt Arnautovic.

Es handelt sich um keine Splittergruppe, schließlich sei, so der Stürmer von Stoke, die komplette Mannschaft eine große Familie. "Marcel Koller hat hervorragende Arbeit geleistet. Jeder gönnt dem anderen alles." Das Trio pickt in der Freizeit beisammen, matcht sich an der Playstation, zum Pokern laden sie Yasin Pehlivan ein. Zu dritt wäre dieses Spiel nämlich ziemlich unspektakulär.

Alaba und Dragovic kennen einander seit 13 Jahren, gemeinsam haben sie bei der Austria mit dem Fußball begonnen. "Das schweißt zusammen", sagt Alaba. "Es ist schön, dass sich die Wege später kreuzen, wir beide es geschafft haben." Und Arnautovic? "Der ist einfach dazugekommen."

Alaba hat es mit Bayern München besser erwischt als Dragovic mit Dynamo Kiew. "Wobei es Schlimmeres gibt, als mit Kiew in der Champions League zu spielen", sagt Innenverteidiger Dragovic, für den das Transferfenster geschlossen blieb. "Es gab Interessenten, aber keine, die mir zugesagt haben. Ich will einmal zu einem Spitzenklub in die Premier League." Arnautovic ist bei Stoke, das ist ein Klub in der Premier League. "Mir geht es dort gut, mir geht es immer gut, wenn ich Fußballspielen darf." Ob er in England darauf angesprochen wird, dass Österreich 14. und ab Donnerstag wohl 13. in der Weltrangliste ist? "Nein, das interessiert keinen."

Kein Ärger mit Lahm

Alaba kann Gegenteiliges berichten, aber Deutschland liegt auch näher. "Es ist angenehm, dass dich Philipp Lahm nicht mehr häkerlt, weil du Österreicher bist." Alaba musste das 1:0 im Juni in Moskau aufgrund einer Knieverletzung auslassen. "Das hat geschmerzt." Nicht so sehr das Knie, die Abwesenheit. Bei Bayern hat er eine neue Rolle zugeteilt bekommen, Pep Guardiola nominierte ihn als Innenverteidiger, fehlen noch Tormann und Mittelstürmer. Alaba löste die Aufgabe mit Bravour, Leverkusen wurde 3:0 geschlagen. Koller wird ihn gegen Moldau und am Dienstag in Schweden ins Mittelfeld stellen. "Meine Lieblingsposition, aber es entscheidet immer der Trainer."

Alaba sagt, der Kader des Nationalteams sei hungrig, ehrgeizig, sozusagen nimmersatt. "Wie versuchen, immer weiter dazuzulernen." Ein Erfolg gegen Moldau wäre gleichbedeutend mit dem sechsten Pflichtspielsieg in Serie. "Wir haben keinen Bock auf ein Ende der Serie." Österreich besitze Potenzial, in die Top 10 aufzusteigen. Gegen Moldau befürchtet Alaba keine Zitterpartie. "Gerade weil wir wissen, dass es kein leichtes Spiel gibt."

Arnautovic verspricht, "topmotiviert zu sein. Jedes Match ist für uns wesentlich, egal wer der Gegner ist. Wir wollen den 50.000 Fans die Zuneigung zurückzahlen." Dragovic sehnt den Moment herbei, "in dem wir sagen können, dass wir in Frankreich dabei sind". Ein internes Ziel, die Gruppe G ungeschlagen zu überstehen, wurde formuliert. Da es Dragovic verraten hat, ist es auch ein externes Ziel. Die drei Musketiere lassen aber "die Kirche im Dorf". (Christian Hackl; 2.9.2015)

  • Die drei Säulen am Feld: David Alaba, Marko Arnautovic und Aleksandar Dragovic.
    foto: apa/fohringer

    Die drei Säulen am Feld: David Alaba, Marko Arnautovic und Aleksandar Dragovic.

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