Syrer nutzen Facebook und Google für Flucht nach Europa

2. September 2015, 13:25
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Elektronische Karten sorgen für Orientierung – Erfahrungsaustausch im Netz

Facebook, WhatsApp, Google Maps – es sind die Internet-Dienste, die die Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern wie Syrien zu dem erhofften besseren Leben in die EU-Staaten leiten. Schlepper werben über soziale Medien für die Reise nach Deutschland, und Satellitenkarten auf dem Mobiltelefon helfen bei der Wegsuche.

Gefahren

Wer erfolgreich angekommen ist, schickt Textbotschaften zurück, wo Gefahren liegen und welche Strecken frei sind. Die Neuen Medien, mit denen vor wenigen Jahren die Aufstände im Arabischen Frühling koordiniert wurden, prägen damit erneut eine Massenbewegung im Nahen Osten und Nordafrika.

Informationen über Anlaufstellen, Preise, Gebühren, Schmiergelder und Telefone

Einige Flüchtlinge schaffen auf diese Weise die ganze Reise von Syrien nach Europa mit nur einem Schlepper. Alle logistischen Einzelheiten würden im Netz zur Verfügung gestellt, sagt der Asylsuchende Hafes der Nachrichtenagentur Reuters in Belgrad. "Wir haben Informationen über Anlaufstellen, Preise, Gebühren, Schmiergelder und Telefone erhalten", erklärt der 31-Jährige und zeigt auf sein Smartphone. Auch der Kartendienst Google Maps werde ausgiebig genutzt. "Die Leute, die es nach Ungarn schaffen, schicken uns Koordinaten und Zwischenstationen. Im Moment gibt es zwei gute Stellen an der Grenze und eine, bei der es wohl Probleme gibt."

Allein in der Türkei suchen etwa 1,9 Millionen Syrer Zuflucht vor einem Bürgerkrieg, bei dem schätzungsweise 250.000 Menschen getötet wurden. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass weitere sieben Millionen Menschen innerhalb von Syrien selbst auf der Flucht sind. (Reuters, 2.9. 2015)

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