Dorothee Elmiger bekommt Erich-Fried-Preis

2. September 2015, 13:17
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Der Schweizer Autorin gelinge es, die brennenden Zeitfragen in eine poetische Prosa umzusetzen

Wien – Die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger erhält den Erich-Fried-Preis 2015. Der 30-Jährigen wird die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung am 11. Oktober im Rahmen der Erich-Fried-Tage im Literaturhaus Wien von Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) überreicht, wie am Mittwoch mitgeteilt wurde. Elmiger wird für ihre Bücher "Einladung an die Waghalsigen" (2010) und "Schlafgänger" (2014) geehrt.

"Dorothee Elmiger gelingt es, die brennenden Zeitfragen in eine poetische Prosa umzusetzen, die einen in der literarischen Welt neuen, unerhörten Klang anschlägt", begründet der alleinverantwortliche Juror Reto Hänny seine Wahl. "Ihre Bücher sind hochpolitisch, aber sie predigen nicht, sondern eröffnen mit einem Sturm nie zuvor gesehener Bilder Räume und überschreiten Grenzen, ohne ihr Geheimnis zu verraten." Mit ihrer "gewollt artifiziellen Sprache" lasse die Schriftstellerin "das vermeintlich Vertraute bis zur Kenntlichkeit geschärft fremd erscheinen", wobei sich ihre Bücher vor allem durch "den unverwechselbar eigenständigen Ton" auszeichnen. "Dorothee Elmigers Werke lassen sich nicht zusammenfassen. Man muss sie lesen."

Die Autorin wuchs im Schweizer Bergkanton Appenzell Innerrhoden auf und studierte nach der Matura zunächst Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Zürich, bevor sie ans Literaturinstitut in Biel wechselte und ein Gastsemester in Leipzig absolvierte. Danach nahm sie ihr Studium der Politikwissenschaft in Berlin und Luzern wieder auf. Für ihre Arbeit wurde Elmiger bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Aspekte-Literaturpreis (2010), dem Rauriser Literaturpreis (2011) und dem Schweizer Literaturpreis (2015).

Der Erich-Fried-Preis wird seit 1990 vergeben. Bisher wurden unter anderen Christoph Hein, Robert Schindel, Paul Nizon, Gert Jonke, Oskar Pastior, Robert Menasse, Marcel Beyer, Peter Waterhouse, Alois Hotschnig, Thomas Stangl, Rainer Merkel und zuletzt Judith Hermann ausgezeichnet. (APA, 2.9.2015)

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