780 HIV-Patienten geoutet: Datenpanne in Londoner Klinik

2. September 2015, 12:52
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Schickte Newsletter mit Klarnamen und E-Mail-Adressen aus – Datenschutzbehörde ermittelt

Eine der größten britischen Kliniken für Geschlechtskrankheiten hat unabsichtlich den positiven HIV-Status von 780 Patienten enthüllt. Bei einem Newsletter wurden alle Adressaten mit Klarnamen und E-Mail-Adresse genannt. Die staatliche Klinik in der 56 Dean Street in London hat sich sofort bei allen Opfern entschuldigt, nun wird interne eine Untersuchung gestartet werden. Angeblich soll ein Mitarbeiter, der "abgelenkt" war, die Verantwortung für den Fehler tragen. Allerdings dürfte auch die nationale Datenschutzbehörde aktiv werden.

Sammelklage möglich

Der Guardian zitiert einen 38-jährigen Briten, der durch das E-Mail von der Erkrankung enger Freunde erfahren habe. "Es ist nicht schwierig, diese Namen bei Facebook einzugeben und persönliche Details zu sehen", so Elliot Hermann. Im schlimmsten Fall könnte das Outing sogar eine Sammelklage nach sich ziehen. In Österreich hat das AMS indes in einem ähnlichen Fall hunderte Arbeitslose geoutet. (fsc, 2.9.2015)

Links:

Guardian

  • Die ärztliche Schweigepflicht wurde durch den Newsletter verletzt (Symbolbild)
    foto: apa/fohringer

    Die ärztliche Schweigepflicht wurde durch den Newsletter verletzt (Symbolbild)

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