Millionen Inder streiken gegen Modi-Reformen

2. September 2015, 08:36
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Die Wirtschaftsreformen des Premiers sorgen für Proteste. In einem Teil des Landes kam das öffentliche Leben zum Erliegen

Neu-Delhi – Mehrere Millionen Inder haben am Mittwoch aus Protest gegen die Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen der Regierung von Premierminister Narendra Modi die Arbeit niedergelegt. Zehn Gewerkschaften riefen zu dem eintägigen Streik auf, nachdem Gespräche mit Finanzminister Arun Jaitley über die wirtschaftsfreundliche Politik der Regierung ohne Ergebnis geblieben waren.

Die Gewerkschaften fordern, dass die Regierung ihre Pläne aufgibt, unproduktive Fabriken zu schließen und Anteile an staatlichen Firmen zu verkaufen, um mit dem Erlös das Staatsbudget zu entlasten.

Es wurde erwartet, dass 150 Millionen Arbeiter im Banken-, Industrie-, Bau- und Bergbausektor die Arbeit niederlegen. Viele Banken sollten geschlossen bleiben, während der Streik in der Früh im Nahverkehr bereits Wirkung zeigte, und sich an Bushaltestellen lange Schlangen bildeten. Auch Tagelöhner, Hausangestellte und Straßenverkäufer sollten sich den Protesten anschließen, um eine Anhebung des Mindestlohns zu fordern. Im östlichen Unionsstaat Westbengalen, wo die Gewerkschaften besonders stark sind, kam das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen.

Der Hindu-Nationalist Modi war im Mai 2013 mit dem Versprechen gewählt worden, die Wirtschaft zu deregulieren, um ausländische Investoren ins Land zu holen. Die Regierung verweist darauf, dass Reformen dringend nötig sind, um Arbeitsplätze für die Millionen junger Leute zu schaffen, die auf den Arbeitsmarkt drängen. Die Gewerkschaften und die linke Opposition werfen der Regierung dagegen vor, die Konzerne zu bevorzugen, Arbeitsplätze zu gefährden und die soziale Ungleichheit zu verschärfen. Wichtige Vorhaben wie eine Steuer- und Landreform wurden im Parlament blockiert. (APA, 2.9.2015)

  • Indien soll es China nachmachen und mit hohen Wachstumsraten schnell wohlhabender werden, das ist der Plan von Premier Narendra Modi. Bei den Indern kommen seine Reformen aber nicht immer gut an.
    foto: ap / das

    Indien soll es China nachmachen und mit hohen Wachstumsraten schnell wohlhabender werden, das ist der Plan von Premier Narendra Modi. Bei den Indern kommen seine Reformen aber nicht immer gut an.

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