Erster Däne ins All aufgebrochen

2. September 2015, 07:28
10 Postings

Sojus-Rakete bringt drei neue Crewmitglieder zur Raumstation, darunter auch Andreas Mogensen

Baikonur/Moskau – Premiere: Mit dem 38-jährigen Ingenieur und Astronauten Andreas Mogensen fliegt erstmals ein Däne ins All. Die Sojus-Kapsel TMA-18 M mit Mogensen, dem Kasachen Aidyn Aimbetow und dem Russen Sergej Wolkow hob am Mittwoch erfolgreich vom Weltraumbahnhof Baikonur ab. Die drei Raumfahrer seien sicher auf dem Weg zur ISS, teilte die NASA mit.

Nach einem zweitägigen Flug soll die Sojus-Kapsel Freitag früh um 9.42 Uhr an der ISS andocken. Aus Sicherheitsgründen sei eine kürzere Flugzeit von gut sechs Stunden diesmal abgelehnt worden, erklärte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos.

"Jeder Tag auf der ISS ist ein Forschungstag"

Aimbetow und der Däne Mogensen von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA bleiben nur zu einer Kurzmission von zehn Tagen auf der ISS. Dennoch lohne sich ein solcher Flug, bekräftigte ESA-Chef Jan Wörner. "Jeder Tag auf der ISS ist ein Forschungstag", sagte er . Für Mogensen sei dies eine Zehn-Tage-Schicht. Dabei knüpfe er vor allem an laufende Experimente an und führe sie weiter.

Eigentlich sollte anstelle des Kasachen Aimbetow die britische Sängerin Sarah Brightman als zahlende Weltraumtouristin zur ISS fliegen. Aus privaten Gründen hatte sie die Reise jedoch abgesagt.

Aimbetow fliegt als dritter Raumfahrer aus dem zentralasiatischen Kasachstan ins All. Zuletzt war 2001 der heutige Chef der nationalen Raumfahrtbehörde Kaskosmos, Talghat Mussabajew, auf der ISS.

Full House

Damit wird es vorübergehend ganz schön eng auf der Raumstation: Derzeit arbeiten auf der Raumstation bereits die russischen Kosmonauten Gennadi Padalka, Michail Kornijenko und Oleg Kononenko, die US-Astronauten Scott Kelly und Kjell Lindgren sowie der Japaner Kimiya Yui.

Für zehn Tage werden von Freitag an daher neun Menschen auf der ISS leben. Als neues Besatzungsmitglied bleibt nur der Russe Wolkow turnusgemäß für ein halbes Jahr im All. Platzprobleme sieht Wolkow aber nicht. "Die Station ist groß genug, und Platz, wo man eine gute Woche schlafen kann, gibt es reichlich", sagte er vor dem Start (APA/red, 2.9.2015)

  • Die neuen Crewmitglieder von links nach rechts: Aidyn Aimbetow, Sergej Wolkow und Andreas Mogensen.
    foto: ap photo/dmitry lovetsky

    Die neuen Crewmitglieder von links nach rechts: Aidyn Aimbetow, Sergej Wolkow und Andreas Mogensen.

Share if you care.