Iran-Deal: Ex-US-Vizepräsident Cheney fürchtet Atomkrieg

1. September 2015, 16:22
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Republikaner warnt: "Erster Einsatz von Atomwaffen seit Zweitem Weltkrieg mehr als wahrscheinlich"

New York – Der frühere US-Vizepräsident und Republikaner Dick Cheney befürchtet, dass der in Wien abgeschlossene Atomdeal mit dem Iran zum ersten Atomwaffeneinsatz seit dem Zweiten Weltkrieg führen wird. In einem am Freitag veröffentlichten Beitrag für das "Wall Street Journal" zogen er und seine Tochter Liz einen Vergleich mit dem Münchner Abkommen mit Hitler kurz vor Kriegsausbruch. US-Präsident Barack Obama warfen sie vor, über die Fakten bezüglich des Iran-Deals zu lügen.

In dem Beitrag brachten sie Auszüge aus ihrem demnächst erscheinenden Buch mit dem Titel "Exceptional: Why the world needs a powerful America" ("Außerordentlich: Warum die Welt ein mächtiges Amerika braucht").

Warnung vor Wettrüsten

Darin heißt es unter anderem: "Das Obama-Abkommen wird zu einem nuklear bewaffneten Iran führen, zu einem atomaren Wettrüsten im Mittleren Osten und, mehr als wahrscheinlich, zum ersten Einsatz einer Atomwaffe seit Hiroshima and Nagasaki."

Die Cheneys warfen Obama vor, bezüglich der Fakten rund um den Iran-Deal zu lügen. "Fast alles, was uns der Präsident über das Iran-Abkommen erzählt hat, ist falsch. Er sagte, dass es die Iraner davon abhalten wird, Atomwaffen zu bekommen, es wird aber tatsächlich den Aufbau und die Legitimierung eines iranischen Atomarsenals ermöglichen."

Der ehemalige Vizepräsident und seine Tochter kritisierten, dass die im Rahmen des Atomabkommen vereinbarten Inspektionen "geheimen Deals" unterlägen, was historisch einmalig sei. Die geplante Aufhebung der Beschränkungen für das iranische Raketenprogramm sowie der Sanktionen gegen die Revolutionsgarden und die Quds-Brigaden werde "Gewalt säen und Terror quer durch den Mittleren Osten unterstützen".

Die Cheneys machten Obama auch indirekt für den Aufstieg der Jihadistengruppe IS verantwortlich, weil die US-Truppen den Irak verlassen und damit ein Vakuum hinterlassen hätten, "das auf tragische und bedrohliche Weise durch unsere Feinde gefüllt wurde. Er ist jetzt dabei, auch Afghanistan ins Verderben zu stürzen". (APA, 1.9.2015)

  • Dick Cheney kritisiert den Iran-Deal
    foto: reuters/william b. plowman/nbc news

    Dick Cheney kritisiert den Iran-Deal

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