Ältere Menschen werden schlauer, aber gebrechlicher

1. September 2015, 16:38
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Österreichische Forscherin macht veränderten Lebensstil verantwortlich – Mehr geistige Herausforderungen und weniger körperliche Aktivität

Wien – "Gesunder Geist in einem gesunden Körper" hieß es in der Antike. Jüngste Untersuchungen über die körperliche und geistige Fitness von Menschen jenseits der 50 widersprechen dem umstrittenen Diktum: Wie die österreichische Forscherin Nadia Steiber im Fachblatt "PLOS ONE" auf Basis deutscher Daten berichtet, hat die geistige Leistungsfähigkeit von älteren Menschen seit 2006 zugenommen, die körperliche Verfassung hingegen sei im Vergleich zu 2006 geringer geworden.

Steiber, die am Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien forscht, hat dafür repräsentative Umfragedaten aus Deutschland analysiert, wo die Geschwindigkeit bei kognitiven Aufgaben, die körperliche Fitness und die geistige Gesundheit bei älteren Menschen in den Jahren 2006 und 2012 ausgewertet wurden.

Bei Männern und Frauen aller Altersgruppen von 50 bis 90 seien die Testergebnisse bei den verstandesmäßigen Fähigkeiten innerhalb dieser sechs Jahre signifikant besser geworden, berichtet sie. Die Gesundheitswerte, sowohl geistig, als auch körperlich, sanken aber im gleichen Zeitabschnitt, erklärte sie. Besonders ausgeprägt sei dies bei weniger gebildeten Männern zwischen 50 und 64 Jahren.

Veränderte Lebensstile führen zu Kluft

Bei bisherigen Studien sei herausgekommen, dass die Menschen körperlich immer jünger wurden als frühere Generationen im selben Alter. Nun würden die Trends bei den intellektuellen Fähigkeiten und der Gesundheit älterer Menschen erstmals auseinanderklaffen.

"Wir glauben, dass diese unterschiedlichen Ergebnisse durch die veränderten Lebensstile erklärt werden können", so Steiber. Ältere Menschen würden mental mehr und mehr gefordert, weil sie im täglichen Leben immer mehr Kommunikations- und Informationstechnologien verwenden und länger in intellektuell anspruchsvollen Berufen arbeiten. "Gleichzeitig sehen wir aber ein Sinken der körperlichen Aktivität und Ansteigen von Fettleibigkeit", erklärte sie.

In einer zweiten, kürzlich im Fachjournal "Intelligence" veröffentlichten IIASA-Studie wurden ähnliche Ergebnisse für England gefunden. (APA, red, 1.9.2015)

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