Baumax: Gewerkschaft verhandelt Sozialplan

1. September 2015, 12:42
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Sozialministerium: Großteil der Arbeitsplätze gerettet – Hundstorfer: "Finales Ende" einer vor vier Jahren eingeleiteten Entwicklung – Abverkauf bereits begonnen, Märkte Ende Oktober leer

Wien/Klosterneuburg – Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) will bei der vor dem Aus stehenden Heimwerkerkette bauMax einen Sozialplan sowie eine Arbeitsstiftung durchsetzen. "Wir sind mitten in Verhandlungen", sagte Gewerkschafter Peter Stattmann am Dienstag zur APA. Unterschriftsreif muss der Sozialplan noch im September sein, noch vor den ersten Kündigungen. "Alles andere hat wenig Sinn", so Stattmann.

Der Sozialplan samt Stiftung für Umschulungen soll österreichweit für alle vom bauMax-Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter gelten, erklärte der Gewerkschafter. Wie viele das sein werden, könne noch nicht gesagt werden und sei davon abhängig, ob noch weitere Standorte einen Käufer finden.

Das Sozialministerium betonte in der Aussendung zu den Arbeitslosenzahlen für August, dass bei bauMax durch die Übernahme ein Großteil der Arbeitsplätze gerettet worden sei. "Für jene Mitarbeiter, die letzten Endes tatsächlich ihren Arbeitsplatz verlieren, stehen die umfassenden Instrumente des Arbeitsmarktservices zur Verfügung, um durch frühzeitige Unterstützung den Übergang in eine neue Stelle möglichst kurz zu halten."

"Kein Kaffeesud lesen"

Vor Journalisten sprach Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am Dienstag vom "finalen Ende" einer vor vier Jahren eingeleiteten Entwicklung. Auch er bezeichnete die 1.100 im Frühwarnsystem des AMS gemeldeten bauMax-Mitarbeiter als "Maximalzahl". Massiv betroffen sei jedenfalls die Zentrale, auch das Zentrallager sei ein Thema. Wie viele Kündigungen es am Ende tatsächlich sein könnten, wollte er nicht abschätzen. "Ich tue nicht Kaffeesud lesen", so Hundstorfer vor dem Ministerrat im Parlament.

Unterdessen hat bereits der Abverkauf in den gelb-roten bauMax-Filialen begonnen. Ende Oktober sollen die Märkte komplett ausgeräumt sein. Obi wolle, so heißt es in der "Presse", leere Regale. Dafür wurde laut Insidern ein externer Dienstleister an Bord geholt. Kundenbestellungen sind nicht mehr möglich, die Aufträge vom vergangenen Freitag wurden storniert. Laut "Salzburger Nachrichten" (Dienstagsausgabe) gibt es für Einkäufe mit der bauMax-Kundenkarte keine Rabatte mehr, bisherige Ansprüche würden als Gutscheine ausgezahlt.

Obi übernimmt Filialen

Der deutsche Konkurrent Obi übernimmt in Österreich gemeinsam mit dem Fachmarkt-Betreiber Supernova wie berichtet 49 von 65 bauMax-Filialen. In Tschechien, der Slowakei und in Slowenien gehen rund die Hälfte der 40 verbliebenen Auslandsstandorte an die Deutschen. In Tschechien, wo Obi nur fünf von 24 Märkten übernimmt, sind die restlichen Filialen laut "Krone" an eine polnische Heimwerker-Gruppe verkauft worden.

In Österreich wurden vorsorglich 1.100 von den hierzulande mehr als 3.600 Mitarbeitern beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet. Kündigungen dürfen im Normalfall erst 30 Tage später ausgesprochen werden. Dem Vernehmen nach hat bauMax beim AMS aber einen Antrag gestellt, um diese Frist zu verringern. (APA, 1.9.2015)

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