ESA und Ars Electronica wachen per Satelliten über die Erde

1. September 2015, 12:16
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Ausstellung macht seit Dienstag in Linz Daten der Sentinel-Satelliten zugänglich

Linz – Die Europäische Weltraumagentur (ESA) und das Ars-Electronica-Festival haben sich gemeinsam der Überwachung der Erde verschrieben. Seit Dienstag ist in Linz die Ausstellung "Raumschiff Erde" zu sehen, die Ergebnisse der Auswertung von Daten, die von einer neuen Satellitengeneration stammen, publikumswirksam präsentiert.

Mit Copernicus – ein mit insgesamt sechs Milliarden Euro dotiertes Programm der Europäischen Union, der ESA und Eumetsat – werden umfassende Daten über Vorgänge und Entwicklungen auf der Erde gesammelt. Das Projekt umfasst sechs Anwendungsbereiche: Land, See, Atmosphäre, Klimawandel, Notfallmanagement und Sicherheit. Die Informationen sollen Politikern bei Entscheidungen über Strukturmaßnahmen genauso verlässlich und dauerhaft zur Verfügung stehen wie Unternehmern, Landwirtschaft oder Wissenschaftern. Die Daten sind aber auch öffentlich zugänglich.

Das Sentinel-Programm

Für dieses Umweltbeobachtungsprogramm wird seit 2014 eine ganze Flotte von Sentinel-Satelliten in den Orbit geschickt. Zwei sind schon in Betrieb. Darunter ein Radar-Satellit, der rund zwei Terabyte Daten pro Tag sammelt und zur Erde sendet. In den Satelliten steckt auch österreichisches Know-how – weltraumtaugliche GPS-Empfänger und Thermalisolation sowie für den Bau eine Reihe von Testgeräten. Diese Informationen werden ergänzt durch solche von Wetterstationen, Flugzeugen, Pegelständen und anderen Satelliten.

Die neue Satelliten-Generation bietet alle fünf bis sechs Tage in komplettes Bild der Erde. Bisher dauerte das rund 30 Tage, was aber beispielsweise im Bereich der Landwirtschaft für die Beurteilung des Fortschrittes der Vegetation zu lange war, sagt der Direktor des Erdbeobachtungsprogramms der ESA, Volker Liebig.

Erste Ergebnisse

In der Ausstellung im Ars-Electronica-Center können die Besucher die ersten verarbeiteten Ergebnisse der Satellitendaten, die mit anderen verknüpft wurden, selbst abrufen. Zwischen Linz und Salzburg bis weit hinein in die Alpen werden beispielsweise die Dichte des Straßenverkehrs und dazu die Schadstoffwerte –Stickoxide oder Bodenozon – dargestellt. Die Satelliten liefern im Gegensatz zu den Messstationen am Boden keine punktuellen, sondern Werte von ausgedehnten Flächen.

Außerdem ist die Veränderung der Ausbreitung deutlich erkennbar. Auch die Gletscherschmelze in den Alpen oder an den Polkappen wird auf diese Weise sichtbar. Damit ist auch ein Input für Klimakonferenzen möglich. Auch kann kontrolliert werden, ob das von einzelnen Staaten zugesagte Ende der Abholzung oder das Aufforsten von Tropenwäldern, wofür es finanzielle Unterstützung gibt, eingehalten wird. (APA/red, 1.9.2015)

  • Eine Bild der Namib-Wüste an der Westküste Afrikas, aufgenommen vom Satelliten Kompsat-2.
    foto: esa/namib / kompsat-2, kari/esa

    Eine Bild der Namib-Wüste an der Westküste Afrikas, aufgenommen vom Satelliten Kompsat-2.

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