164 Tonnen Säure in Kärntner Chemiewerk ausgetreten

1. September 2015, 09:52
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Ätzendes Eisen-(III)-Chlorid gelangte teilweise in Gurk-Fluss – Gewässerökologen führen weitere Untersuchungen durch

Brückl – Der Verschluss eines Tanks mit Eisensalzlösung (Eisen-III-Chlorid) ist am Montagabend gegen 21.30 Uhr am Gelände der Donauchemie in Brückl in Kärnten (Bezirk St. Veit) zerborsten. 164 Tonnen Inhalt ergossen sich über das Areal, der Großteil wurde in den dafür vorgesehenen Becken aufgefangen. Ein kleiner Teil gelangte in die Gurk. Die Umweltbeeinträchtigung war laut Landeschemiker gering.

Die Flüssigkeit wird normalerweise als "Fällungsmittel" in Kläranlagen verwendet und ist entgegen ersten Meldungen keine klassische Säure. Mit seiner Hilfe lassen sich Nährstoffe aus dem Wasser holen. Bei Kontakt mit Wasser reagiert die Chemikalie sauer. "Bei ordnungsgemäßer Dosierung ist das nichts Gefährliches", sagte Chemiker Erich Polzer.

Drei tote Fische wurden am Dienstag im Fluss gefunden. Polzer: "Die Konzentration im Wasser war nicht sehr hoch." Bei einer automatischen Messstation wurde ein ph-Wert von drei registriert. "Es kann kurzfristig Verätzungen gegeben haben bei den Kiemen von Fischen, die in der unmittelbaren Nähe waren."

Ursache für Leck nicht geklärt

Günter Szolderitz, Umweltbeauftragter und Produktionsleiter für Wassertechnik im Werk, konnte am Dienstag noch nicht erklären, wie das Leck im Tank zustande gekommen war. "Ein sehr überraschender Vorfall, wir werden dem nachgehen." Trotz allem hätten die Beteiligten gut reagiert, die Sicherheitsvorkehrungen gegriffen."Im Kanalsystem ist ein Absperrsystem. Das hat gut funktioniert, deshalb ist nur ein sehr kleiner Teil in die Gurk gelangt. Deshalb haben wir kein gravierendes Umweltproblem." (APA, 1.9.2015)

  • Ein geringer Teil der Säure gelangte auch in die Gurk.
    foto: apa/erich polzer

    Ein geringer Teil der Säure gelangte auch in die Gurk.

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