Mehrere Reisepässe bei toten Flüchtlingen sichergestellt

1. September 2015, 15:02
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Die Polizei hat im Zuge der Obduktionen der 71 Flüchtlinge Ausweise gefunden, die Identitäten konnten aber noch nicht festgestellt werden – Zwei weitere Festnahmen

Nickelsdorf – Im Zuge der Obduktionen der 71 Flüchtlinge, die am Donnerstag tot in einem Kühltransporter auf der A4 im Bezirk Neusiedl am See entdeckt worden sind, wurden mehrere Reise- und Ausweisdokumente sichergestellt. Laut Polizeisprecher Gerald Pangl seien "rund ein Dutzend syrischer Reisedokumente" sichergestellt worden.

Aufgrund dessen steht die Identität allerdings noch lange nicht fest, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass es sich dabei um deren tatsächliche persönliche Dokumente handelt. Die Obduktionen und Identitätsfeststellungen laufen nach wie vor", sagte Pangl. Die Exekutive kündigte für Freitag eine Pressekonferenz an.

Zwei weitere Festnahmen

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt (StA) hat zudem am Dienstag der APA bestätigt, dass nach dem Flüchtlingsdrama auf der A4 zwei weitere Männer, für die ein EU-Haftbefehl aufrecht war, in Ungarn und in Bulgarien festgenommen worden sind. In der Nacht auf Sonntag war in Ungarn ein fünfter Verdächtiger festgenommen worden. Zuvor klickten bereits am Donnerstag für vier Verdächtige in Ungarn die Handschellen. Über diese vier Personen war am Samstag vom Kreisgericht der südungarischen Stadt Kecskemet Untersuchungshaft verhängt. Die Zahl der Festgenommenen dürfte somit bei sieben liegen. Ob die ungarische Polizei möglicherweise weitere Festnahmen durchgeführt hat, konnte nicht bestätigt werden.

40 Leichen obduziert

Bis Montagnachmittag waren 40 der 71 Leichen obduziert. "Wir sehen einer Erledigung bis zur Pressekonferenz am Freitag in Eisenstadt entgegen", meinte er. Zu dieser Pressekonferenz, die in der Landespolizeidirektion stattfinden und an der laut StA-Sprecherin Verena Strnad auch ein Vertreter der Anklagebehörde teilnehmen wird, werde man die Medienvertreter noch einladen.

Trauermarsch geplant

Nach dem Flüchtlingsdrama-Gedenkgottesdienst am Montagabend im Stephansdom in Wien wird auf Facebook derzeit zu einem Trauermarsch in Eisenstadt geladen. Auf Initiative der Refugees in Eisenstadt wolle man gemeinsam vom Domplatz bis zur Landespolizeidirektion in der Neusiedler Straße gehen. "Im stillen Gedenken an 71 Menschen, die hoffentlich ihr Leben nicht umsonst gelassen haben", heißt es in der Veranstaltungseinladung der Pannonischen Tafel, die sich derzeit auch um Flüchtlinge kümmert. (APA, 1.9.2015)

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