Strache zäunt sich ein

Einserkastl31. August 2015, 21:07
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Hält Strache die Wähler für Schwachköpfe?

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache will "das Land mit Zäunen schützen, damit die illegale Schleppermafia ihrem mörderischen Geschäft nicht nachgehen kann". Er denkt dabei (laut OÖ Nachrichten) ausdrücklich an Stacheldrahtzäune, wie Ungarn sie an der Grenze zu Serbien gebaut hat.

Österreich hat ziemlich viele Grenzen zu anderen Ländern, wie Strache noch aus der Schule geläufig sein dürfte. Die Route der Kriegsflüchtlinge geht von der Türkei über Griechenland, Mazedonien, Serbien und Ungarn. Derzeit. In Mazedonien versuchte man einen Zaun zu errichten. Zwei Tage, und er war überrannt. Ungarn hat schon einen etwas substanzielleren Zaun. Aber auch der ist kein Hindernis, wie man täglich sieht. Flüchtlinge kriechen unter dem rasiermesserscharfen Klingendraht durch oder klettern drüber.

Und wenn Österreich entlang der gesamten ungarischen Grenze einen Zaun baut, dann kommen sie eben über die Slowakei oder Slowenien – oder Italien. Auch dort Grenzzäune?

Wer glaubt, Menschen, die ihre Leben in jämmerlichen Schlauchbooten und vollgestopften Lastern riskieren, ließen sich davon abhalten? Strache. Oder er behauptet, es zu glauben. "Das Land" an der ganzen Ost-, Südost- und Südgrenze mit einem Stacheldrahtzaun zu überziehen – das schlägt ernsthaft einer vor, der behauptet, Kanzler werden zu wollen? Oder er hält die Wähler für Schwachköpfe. (Hans Rauscher, 31.8.2015)

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