Kibbuz-Farmer wollen wegen Pelikanen Schadenersatz

31. August 2015, 13:55
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Zugvögel fressen Fischteiche leer – Streit mit Naturschutzbehörde

Jerusalem – Weil zehntausende Pelikane während des Vogelzugs ihre Fischteiche leerfressen, haben Kibbuz-Farmer die israelische Naturschutzbehörde auf Schadenersatz verklagt. Fünf Millionen Schekel (1,13 Mio. Euro) wollen die beiden Kibbuzim Ma'agan Michael und Gan Shmuel haben, weil die Regierung nichts unternehme, um ihre Fischteiche zu schützen, berichtete am Montag die Tageszeitung "Haaretz".

Die für Naturschutz und Nationalparks zuständige Behörde widersprach, die Farmer selbst hätten angebotene Hilfsmaßnahmen verhindert.

40.000 Rosapelikane entlang der Küste

Nach Angaben israelischer Vogelkundler ziehen jedes Jahr von Ende September bis Mitte November rund 40.000 Rosapelikane entlang der israelischen Küste Richtung Nordostafrika. Die beiden Kibbuzim liegen in der nordisraelischen Küstenebene und ihre Fischteiche bieten den international und auch in Israel unter strengem Artenschutz stehenden Pelikanen einen willkommenen Raststopp.

Die Naturschutzbehörde machte vor dem Bezirksgericht in Haifa geltend, dass sie die Anlage von alternativen Teichen vorgeschlagen habe, an denen diese großen Vögel sich an nicht vermarktbaren Fischen sättigen könnten. Auf ähnliche Art werden in Nordisrael Kraniche durch gezielte Fütterung davon abgehalten, die Felder der Erdnussfarmer kahlzufressen.

Alternativteiche

Der Versuch mit den Alternativteichen wurde abgebrochen, weil die Fischfarmer selbst gegen Bezahlung nicht die überschüssigen Fische geliefert hätten, machte die Behörde geltend. Außerdem sei dort auf die Tiere geschossen worden.

Die Kibbuzim glauben nicht an die vorgeschlagene Lösung und führen Experten an, die erwarten, dass die Pelikane das Sonderangebot nur zusätzlich nutzen würden. Außerdem habe das Umweltministerium die Erlaubnis stark eingeschränkt, die Vögel mit Warnschüssen von ihren Fischteichen zu vertreiben. Dem widersprach die Naturschutzbehörde vor Gericht. Nicht Warnschüsse seien reguliert, sondern die ausschließliche Verwendung von Platzpatronen vorgeschrieben worden. Ein Urteil soll möglichst noch vor dem nächsten Durchzug der Pelikane fallen. (31.8.2015)

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