Endlich: Teststreifen für alle Diabetiker

31. August 2015, 12:36
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Blutzuckermessstreifen sind ein wichtiges Tool bei Diabetes, doch nicht überall wurden sie bezahlt –jetzt hat man sich im Hauptverband geeinigt

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und der Hauptverband der Sozialversicherungen (HV) vereinbarten eine österreichweit einheitliche Regelung, die Diabetes-PatientInnen mit einer ökonomisch und medizinisch sinnvollen Anzahl von Blutzuckerteststreifen in Abhängigkeit von der individuellen Therapie versorgt. Dadurch wurde eine lange bestehende Ungleichheit beseitigt und das Erkrankungsmanagement im gesamten Bundesgebiet optimiert und vergleichbar gemacht.

Zu viele Kassen, zu unterschiedliche Strategien

"Die Blutzuckerselbstmessung ist ein unabdingbarer Bestandteil im Erkrankungsmanagement von Menschen, die an jedweder Form von Diabetes mellitus leiden." erläutert Thomas C. Wascher, von der 1. Medizinischen Abteilung des Hanuschkrankenhauses und Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft.

Das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall, Amputation und Erblindung sowie von anderen Diabetesfolgeschäden kann durch einen sich im Rahmen bewegenden Blutzuckerwert vermindert werden. Dieser Wert wird von den Betroffenen selbst mittels Blutzuckermessstreifen überwacht. Je regelmäßiger diese Kontrolle stattfindet, desto besser funktioniert das Management des Blutzuckerwerts.

Die Kostenübernahme für diese Teststreifen wurde bis dato von Bundesland zu Bundesland und von Versicherungsträger zu Versicherungsträger unterschiedlich gehandhabt. Nachdem die Bürgerinnen und Bürger Österreichs keine Möglichkeit haben sich ihren Versicherungsträger auszusuchen bzw. kaum den Wohnort wechseln würden, um ihre medizinische Versorgung zu verbessern, war das im Sinne der Versorgungsgleichheit und -gerechtigkeit keine optimale Situation.

Neue einheitliche Regelung

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft und der Hauptverband der Sozialversicherungen konnten nun eine österreichweit einheitliche Regelung vereinbaren, die Diabetes-PatientInnen mit einer ökonomisch und medizinisch sinnvollen Anzahl von Blutzuckerteststreifen versorgt.

Alle Sozialversicherungsträger in Österreich statten, je nach Therapie, PatientInnen mit der gleichen Menge aus. Auch DiabetikerInnen, die nicht mit Insulin behandelt werden, erhalten nun Teststreifen, wenn sie eine Diabetesschulung absolviert haben.

"Mit dieser Vereinbarung wurde ein wichtiger Schritt zu einer flächendeckend vergleichbaren, optimierten Versorgung von Menschen mit Diabetes in Österreich gesetzt. Damit wird in Zukunft sichergestellt, dass für Menschen, die in Österreich an Diabetes mellitus leiden, unabhängig von Wohnort und Versicherungsträger, dieser so wichtige Bestandteil ihrer Therapie in ausreichendem Ausmaß verfügbar ist." betont Wascher. (red, 31.8.2015)

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