Frederick Forsyth arbeitete 20 Jahre lang für Geheimdienst

31. August 2015, 10:30
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Der Bestsellerautor belieferte den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 mit Informationen: "Damals haben eine Menge Freiwillige Dinge für unser Land getan"

London – Der britische Autor Frederick Forsyth (77), preisgekrönter Verfasser politischer Romane, hat 20 Jahre lang für den britischen Geheimdienst gearbeitet. Der frühere Journalist bekannte im Sender Sky News, er habe seine Agententätigkeit begonnen, während er als Kriegsberichterstatter im Biafra-Krieg Ende der 60er Jahre in Nigeria eingesetzt gewesen war.

Dort habe er an den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 Berichte über massenhaft getötete Kinder geschickt, was von der britischen Regierung zu diesem Zeitpunkt bestritten worden war. "Während des letzten Jahres der Biafra-Krieges habe ich beides geschickt – journalistische Berichte an die Medien und andere Berichte an meinen neuen Freund", sagte der Autor von teils verfilmten Erfolgsromanen wie "Der Schakal" oder "Die Akte Odessa". Forsyth's Werk – politische Thriller – gilt unter Kritikern als besonders realitätsnah.

Forsyth hatte später auch Einsätze als Agent im damaligen Rhodesien, Südafrika und in der DDR. "Meistens war es ein Anruf. 'Können wir uns treffen, warum nicht zum Mittagessen?'", erinnert sich Forsyth an die Anwerbegespräche seines Verbindungsmannes beim Geheimdienst. "Wir haben ein kleines Problem. Können Sie nicht rasch nach Ostdeutschland schlüpfen und ein bisschen was für uns mitbringen?" Forsyth sieht dies nicht als verwerflich an. "Damals haben eine Menge Freiwillige Dinge für unser Land getan – es galt nicht als seltsam", sagte er dem Fernsehsender. Bezahlt worden sei er nicht.

Auch in seinen Memoiren, die unter dem Titel "The Outsider" im September veröffentlicht werden sollen, berichtet der britische Thriller-Autor von seiner Agenten-Tätigkeit. Das geht aus Auszügen hervor, die "Sunday Times" am Sonntag abdruckte. (APA, 31.8.2015)

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